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Christian Schönberg 05.01.2012 20:00 Uhr - Aktualisiert 05.01.2012 22:35 Uhr
Red. Neuruppin, lokales@ruppiner-anzeiger.de

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Dächer müssen warten

Lindow (MZV) Es ist genau anderthalb Jahre her, dass der Amtsausschuss Lindow den Weg frei gemacht hat, das Dach der Schule mit Solaranlagen zu bestücken. Getan hat sich bislang nichts. Und ob es überhaupt etwas damit wird, steht in den Sternen.

  Im Gewerbepark werden rund zwei Drittel der Flächen mit Photovoltaik-Anlagen bestückt. Photo: Schönberg ©

Die Sonne muss als Energieträger in Lindow offenbar länger warten. Denn Priorität hat zurzeit das Projekt im Gewerbepark Herzberg.

Dort sollen zwei Hektar mit Photovoltaik(PV)-Anlagen zur Solarenergie-Gewinnung bedeckt werden. Die Firma, die das vorplant und Investoren gewinnt, ist Luzsolar – dieselbe, die auch dafür sorgen soll, Dächer von kommunalen Gebäuden mit PV-Technik zu bestücken.

Sowohl das Amt Lindow als auch Luzsolar konzentrieren sich erstmal auf das Projekt im Gewerbepark an der Bundesstraße 167.

Und inwiefern dann städtische Dächer für die Sonnenenergie-Gewinnung verpachtet werden können, bleibt unklar.

„Gerade an kommunalen Gebäuden gibt’s häufig Investitionsstau“, gibt Dirk Petschik von Luzsolar zu bedenken. Und manche Dächer sind von ihrem jetzigen Zustand vielleicht gar nicht geeignet, um sie mit den blaublanken Sonnenstrahl-Einfängern zu bestücken.

„Wir werden das noch genau prüfen müssen, schließlich müssen sie 20Jahre halten“, weist Petschik auf die Pachtfrist hin. Über diesen genannten Zeitraum dürfte in die betroffenen Dächer nicht investiert werden können.

Dasjenige der Schule könnte ein Wackelkandidat sein. Neuer sind dagegen die Dächer des Herzberger Feuerwehrgebäudes und der Rüthnicker Vereinshäuser in der Hauptstraße 5.

Auch sie waren damals dafür auserkoren worden, mit PV-Anlagen bebaut zu werden.

Dass der Rückbau selbiger abgesichert werden muss, wie es die Abgeordnetern gefordert haben, wäre für Luzsolar nichts Neues. „Die Kommunen wollen natürlich keine großen Aufwendungen haben“, sagt er. Aber die montierten Anlagen verlieren auch in 20 Jahren nicht so viel an Wert. Der steige vielleicht sogar. Da sei die Übernahme des Rückbaus „für Investoren durchaus akzeptabel“.

Auch für das Mini-Solarkraftwerk im Gewerbepark gibt es Rückbau-Versicherungen. Fürs dortige Vorhaben sind aber noch einige Fragen zu klären.Die Nutzung des Geländes fürs Sonnenkraftwerk von 600Kilowatt-Peak soll schriftlich festgehalten werden: ein dicker Stapel voller Paragrafen.

Die Amtsverwaltung hat deshalb und weil der Vertrag bis 2032 gelten soll, alles juristisch unter die Lupe nehmen lassen. „Wenn man sich so lange bindet, dann sollte man auf der sicheren Seite sein“, findet Lieske. „Damit sind wir jetzt aber durch“, so Lindows Amtsdirektor Danilo Lieske.

Nun gab es aufgrund der Tipps der Sachverständiger Änderungen im Vertragsentwurf. „Das betraf Begrifflichkeiten“, betont Lieske. So soll die Übereinkunft nicht einfach nur als Gestattungsvertrag – wie es bei PV-Installationen üblich ist – sondern konkret Pachtvertrag genannt werden.

Doch auch die Solarfirma winkt nichts ohne Anwaltsratschlag durch.

Laut Petschik hat man seinerseits den neuen Entwurf durchforsten lassen. Das Ergebnis: „Es gibt noch Gesprächsbedarf“, sagt Petschik. „Letzte Punkte müssen noch abgestimmt werden“, fügte er hinzu. Das soll noch in diesem Monat geschehen. Erst bei Unterschrift wird die Baugenehmigung beantragt.

Laut Aussagen von Petschik werden „die Rahmenbedingungen werden auf jeden Fall bleiben“. Damit spricht er die Vereinbarungen an: 20 Jahre Laufzeit, finanzielle Unterfütterung eines Bildungsfonds für einkommensschwache Familien, die Ansiedlung des Betreibers im Amt Lindow und natürlich die Pacht. Sie soll bei 3000 Euro jährlich liegen.

Die müssen auf die beteiligten Kommunen zu deren Anteilen aufgeteilt werden: Herzberg trägt 61,7 Prozent, Lindow 27,6 Prozent und Rüthnick 10,7 Prozent.

Bei den Dächern werden die Brötchen, die man mit der Verpachtung backen könnte, wohl kleiner: 1000 Quadratmeter Gebäudefläche breiten sich solartauglich gen Himmel aus – ein Zehntel dessen, was der Gewerbepark bietet. Da müssen Dächer nicht nur – sie dürfen auch ruhig noch ein wenig warten.

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