Rheinsberg (MZV) Seit Wochen beschäftigt eine gut 250 Tiere umfassende Herde aus Rindern und Pferden Einwohner und Tierschützer im uckermärkischen Frauenhagen. Immer wieder gelangten unterernährte Tiere auf die Böschung der nahen Eisenbahnlinie, um etwas Fressbares zu finden. Die Züge mussten im Schritttempo vorbeifahren. Dem Bauern wurde inzwischen behördlich untersagt, weiterhin Tiere zu halten. Neue Eigentümerin des Viehbestandes ist eine Frau, die in einem Rheinsberger Ortsteil lebt. Für eine telefonische Stellungnahme war sie gestern nicht zu erreichen. Ihr Festnetz-Anschluss funktioniert nicht mehr.
Im Normalfall sind Bahngleise gut gesichert. Doch in der Uckermark behinderten immer wieder Pferde und Kühe den Zugverkehr
Der Bundesverband Tierschutz hat Anzeige gegen die Rheinsbergerin erstattet, weil für sie in Frauenhagen jener Bauer tätig sei, der selbst keine Tiere mehr halten darf. Dr. Jörg Styrie ist Geschäftsführer des Verbandes: „Wir haben Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet und darauf hingewiesen, dass ein sofortiges Einschreiten nötig ist.“ Inzwischen habe die neue Halterin begonnen, den Tierbestand nach Rheinsberg zu bringen. Styrie: „Als nächstes haben wir vor, uns die Haltungsbedingungen dort anzusehen.“
Dem Ostprignitz-Ruppiner Amtstierarzt Dr. Matthias Rott war am Montag bekannt, „dass die Frau einige Pferde von der Uckermark nach Rheinsberg bringen will“. Sie und eine weitere Halterin verfügten über Flächen, die dafür geeignet seien. Dass auch Rinder ins Ruppinische umgesiedelt werden sollen, davon wisse er allerdings nichts. Doch auch das dürfte sie, fand der Tierarzt und setzte fort: „Wir sollten davon ausgehen, dass es den Tieren hier besser gehen wird als bisher in der Uckermark.“ Die Halterin werde zwar immer wieder mal von anderen Einwohnern des Rheinsberger Ortsteils angezeigt, doch er habe zurzeit nichts zu beanstanden: „Ende 2011 hatten wir uns nach einem entsprechenden Hinweis aus der Bevölkerung die Pferde angesehen. Der Bestand war in Ordnung.“
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