Spremberg (dpa) Es bleibt dabei: Die Stadt Spremberg (Spree-Neiße) beteiligt sich nicht an einer Ehrung des umstrittenen Schriftstellers Erwin Strittmatter zum 100. Geburtstag im August. Das habe die große Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend beschlossen, sagte ein Rathaussprecher am Donnerstag. Sechs Abgeordnete der Linksfraktion hätten für eine gemeinsame Ehrung gestimmt. Diese Fraktion hatte auch den Antrag eingebracht. Zuvor entschied sich der Hauptausschuss bereits Ende Januar mehrheitlich gegen eine öffentliche Ehrung von Strittmatter (1912-1994).
Mit ihrem Antrag wollte die Linksfraktion erreichen, dass sich die Stadt in angemessener Weise an den Vorbereitungen zum 100. Geburtstag ihres Ehrenbürgers durch den Strittmatter-Verein beteiligt. Das lehnten die CDU-Fraktion sowie die gemeinsame Fraktion SPD, FDP und Pro Georgenberg/Slamen ab. Zur Begründung nannten sie Strittmatters Kriegsdienst in einer Polizeieinheit, die der berüchtigten Waffen-SS unterstellt war und Partisanen bekämpfte, sowie seine spätere Spitzeltätigkeit für die DDR-Staatssicherheit. Strittmatter wurde am 14. August 1912 in Spremberg geboren, er starb am 31. Januar 1994 bei Dollgow (Oberhavel).
Der Strittmatter-Verein will den 100. Geburtstag des Schriftstellers, der unter anderem die Romane "Ole Bienkopp" und "Der Laden" verfasste, am 18. August mit einer Festveranstaltung ehren. Für den 19. August sind weitere Veranstaltungen zum Leben und Werk geplant. Dabei sollen auch kritische Seiten seiner Biografie nicht ausgespart werden, wie es hieß. Literaturwissenschaftler und Historiker haben seit 2008 Erkenntnisse über die bis dahin unbekannten Seiten in Strittmatters Biografie veröffentlicht und damit kontroverse Debatten ausgelöst.
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