Oberhavel (MZV) - Insgesamt 40 000 Euro: Vier der zehn Gewinner des „ZasterMasters“ der Berliner Volksbank kommen aus Oberhavel. Neben der 1. Oberschule Velten haben auch die Werner-von-Siemens-Oberschule in Gransee, das Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf und das Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg abgeräumt. Allen Schulen wurde ein 10 000 Euro-Scheck überreicht.
Um 10 000 Euro reicher: Die Schüler des GMOSZ Oranienburg wurden für ihre Doku "Leben nach dem Überleben" ausgezeichnet.
Hoang und Sharon-Lindsey aus Velten waren dafür in Berlin. Sie gehören zur Klasse 9a der Veltener Oberschule mit dem Wahlpflichtfach Naturwissenschaft, die das ausgezeichnete Projekt – den Naturlehrpfad – inzwischen von den Abgängern übernommen hat. Als Botschafter der Region nutzten sie ihren Auftritt, um ihre Schule, die Ofenstadt und das Konzept des Naturlehrpfads vorzustellen. Gleichzeitig machten sie auf Probleme aufmerksam: "Unser Insektenhotel ist zum Beispiel schon ausgebucht", erklärte Hoang. "Wir brauchen also dringend ein zweites."
Das Marie-Curie-Gymnasium Hohen Neuendorf verdiente sich seine Auszeichnung durch ein Bibliothekskonzept, das aus der Bibo ein modernes Medienzentrum machen soll. Weil das Land Brandenburg die Mittel strich, waren Eltern und Schüler gefragt, als es um die räumliche und inhaltliche Neugestaltung ging. Das Resultat ist ein gemeinschaftlicher Kraftakt: Fast 900 ehrenamtliche Arbeitsstunden sind bisher investiert worden. Inzwischen bietet die Bibliothek Computer-Arbeitsplätze, eine Leseecke, auch Tageszeitungen sind verfügbar. Der Medienbestand wurde bereits um gut 50 Prozent vergrößert. Mit dem Preisgeld sollen nun Laptops und ein Großkopierer gekauft und ein Hotspot eingerichtet werden.
Im Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg entstand der Dokumentarfilm "Leben nach dem Überleben". Er schildert die Erlebnisse des jüdischen Ehepaars Regina und Zwi Helmut Steinitz während des Dritten Reichs und ihre Emigration nach Israel.Viele Schüler, darunter zahlreiche Ehemalige, engagierten sich für den Film, suchten Partner und Fördermittel und reisten sogar nach Israel, um die Dreharbeiten dort fortzusetzen. Kay und Fabian vom Filmteam freuen sich über die vielen positiven Reaktionen. Die Gedenkstätte Yad Vashem hat den Film in ihre Sammlung aufgenommen.
Unter dem Motto "BOC macht bock" erfüllte die Werner-von-Siemens-Schule eine der Kernaufgaben des Wettbewerbs: die Vorbereitung der Schüler auf die Arbeitswelt. Gemeint ist ihr Berufsorientierungscenter (BOC), an dem schon 180 Partnerfirmen beteiligt sind. Schülersprecherin Kim bestätigte die positive Bilanz: „Meine praktischen Erfahrungen im Granseer Krankenhaus und einer Kita sind sehr wertvoll gewesen.“ Neben dem Preisgeld, das gleich wieder ins BOC fließen soll, erwartet die Sieger nun eine Weiterbildung für Lehrer und Eltern und eine Doppelstunde "Wirtschaftsunterricht mal anders".
Und warum das Ganze? Eine in Zeiten der Bankenkrise immer häufigere Forderung lautet, dass die Wirtschaft sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen muss. Dr. Holger Hatje, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, sieht sich deshalb in der Pflicht.
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