Häsen (MZV) Ein Rechtsstreit schwelt seit 2008 zwischen dem Eigentümer des Häsener Herrenhauses und seinem früheren Unternehmensberater. Gegen den Berater Joachim B. ermittelt seit 2011 auch die Staatsanwaltschaft Berlin wegen Betrugs.
Die rückwärtige Fassade des Herrenhauses hat der Investor bereits sanieren lassen. Gegen seinen Unternehmensberater ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Die Vorwürfe, die der Kunst- und Immobilienhändler Klaus Kauffmann gegen seinen ehemaligen Geschäftspartner erhebt: B. soll ihn um die Gutsanlage rund um das Herrenhaus gebracht haben, die der Häsener für 152000Euro 2007 erworben hatte. Kauffmann hatte auf Anraten B.s im selben Jahr die Herrenhaus Häsen Aktiengesellschaft (AG) gegründet, um die Anlage zu einem Reiter-Hof weiter zu entwickeln. Doch B. gelang es bei einen mutmaßlich fingierten Notartermin, die alleinige Aktienmehrheit zu bekommen, lautet der Vorwurf des Häsener Unternehmers. Danach, klagt Kauffmann, habe der Unternehmensberater die Immobilien zum Spottpreis weiterverkauft. Ein Käufer aus dem Ort, der nicht genannt werden will, glaubt nicht an Kauffmanns Version: „Da streiten sich zwei, wer Recht hat, kann man nicht sagen“, sagte er zur Gransee-Zeitung.
B. (vollständiger Name ist der Redaktion bekannt) ist bereits mehrfach wegen Betruges vorbestraft. In einem ähnlichen Fall ist er unter anderem 2007 vom Dortmunder Landgericht verurteilt worden. Dabei wurde ihm Beihilfe zum Betrug nachgewiesen. Auch in diesem Fall hatte er mit Partnern eine gegründet, um an Immobilien zu kommen. B. war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ein Staatsanwalt aus Hannover, der in einem Entführungsfall aus 2003 mit B. als Beteiligtem ermittelte, gab an, dieser würde sich zurzeit im Ausland aufhalten.
Im Jahr 2010 waren in Häsen und Bergsdorf Plakate aufgetaucht, die an Steckbriefe erinnerten. Darauf war Kauffmann selbst als Betrüger bezeichnet worden und eine Belohnung auf ihn ausgesetzt. Er geht von Denunziation aus. Das im 17. Jahrhundert erbaute Herrenhaus wird dem bekannten Freiherren Jobst Gerhard von Hertefeld als Bauherren zugerechnet. Es steht unter Denkmalschutz. Der Unternehmer Kauffmann hatte es 2000 selbst ersteigert.
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