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Elke Schlegelmilch 09.11.2010 07:30 Uhr
Red. Fürstenwalde, fuerstenwalde-red@moz.de

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Puttenreigen und Blumenornamente

Heinersdorf (moz) Im Schloss Heinersdorf haben der Lieberoser Restaurator Andreas Schulz und seine Mitarbeiter mit den Arbeiten für die Rettung der wertvollen Stuckaturen begonnen. Im Festsaal soll nun die Originalfassung des Stucks aus der Gründerzeit wiederhergestellt werden.

  © MOZ

Von außen ist dem Gutshaus Heinersdorf nicht anzusehen, welchen Schmuck es in seinem Inneren birgt: einmalige Stuckaturen, darunter – im Treppenhaus – sogar solche, die aus der Zeit kurz vor 1700, also aus dem Barock stammen und das Schloss kunstgeschichtlich wertvoll machen. Schritt für Schritt werden nun die teilweise sogar von Absturz bedrohten Stuck-Elemente im Treppenaufgang, im Vorraum und im großen Saal des Herrenhauses restauriert.

Vor sechs Wochen haben Restauratoren der Lieberoser Firma Andreas Schulz mit den ersten Sanierungsarbeiten begonnen. Im großen Festsaal erhält der neugierige Beobachter mittlerweile schon eine Vorstellung davon, wie die prachtvolle Decke nach der Restaurierung aussehen wird. An manchen Stellen schimmert auch Vergoldung durch und lässt erahnen, welcher Prunk zum Vorschein kommt, wenn einmal alles saniert ist.

Die Restauratoren haben alle Hände voll zu tun, unter dicken Schichten – aus Leim- und Ölfarbe – die wertvollen Stuckaturen freizulegen, darunter filigrane Blumenornamente und pausbäckige Putten. Im Festsaal sind Andreas Schulz und seine Mitarbeiter auf zwei verschiedene wertvolle erhaltenswerte Stuck-Varianten gestoßen. „Die eine Fassung stammt von 1886, die andere vom Anfang des 20. Jahrhunderts“, erläutert Restauratorin Ute Schulz. Nun galt es zu entscheiden, welche von beiden erhalten werden soll.

Bei einem Vororttermin haben sich jetzt Bürgermeister Wolfgang Funke, als Vertreter der Gemeinde Steinhöfel, und Vertreter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege darauf geeinigt, dass im Festsaal die gründerzeitliche Stuckfassung wiederhergestellt wird.

Die Restaurierungsarbeiten werden nicht nur von der Gemeinde Steinhöfel und vom Landesamt für Denkmalpflege beratend begleitet, sondern auch von der Unteren Denkmalschutze-Behörde. „In das Projekt sind insgesamt sechs Mitarbeiter unserer Firma einbezogen, und wir arbeiten parallel“, so Schulz. Während die einen vor Ort in Heinersdorf tätig sind, haben die anderen in der Formbau-Werkstatt in Lieberose damit zu tun, fehlende oder kaputte Elemente herzustellen, die benötigt werden, um die Stuckaturen originalgetreu in Stand zu setzen.

Das imposante, aber stark reparaturbedürftige Heinersdorfer Herrenhaus war nach 1945, nach der Enteignung der Familie Schulz, Schule, Lehrlingswohnheim, Landambulatorium und Kinderkrippe. Nach viel Pro und Kontra hatten sich die Gemeindevertreter doch dafür entschieden, das marode Haus zu retten.

Im August dieses Jahres hatte das Brandenburger Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Fördermittel in Höhe von 112 500 Euro für die Stucksanierung bewilligt. Der finanzielle Eigenanteil der Gemeinde Steinhöfel für das Projekt liegt bei 30 000 Euro. Um sämtliche Stuckaturen im Heinersdorfer Herrenhaus zu erhalten, wären, laut Schätzung von Bauamtsleiter Gerhard Ehm, allerdings 380 000 Euro nötig.

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