Hohen Neuendorf (MZV) Die Stadtverordneten-Fraktion von Bündnis 90/Grüne möchte mit dem Antrag nicht nur die Vergütung der selbstständigen Kinderbetreuer gerechter gestalten, sie will Hohen Neuendorf auch konkurrenzfähig mit den umliegenden Kommunen machen. Denn in Mühlenbeck wie auch in anderen umliegenden Gemeinden erhalten die Tageseltern bereits eine Entgeltfortzahlung.
Schlechte Chancen: Tageseltern in Hohen Neuendorf haben kaum Chancen, von der Stadt Verdienstausfälle bei Urlaub, Krankheit oder Weiterbildungen ersetzt zu bekommen. In der Kommunalpolitik gibt es wenige Unterstützer. Archiv
Junge Familien könnten ihre Entscheidung der Wohnortsuche auch abhängig von den Betreuungsangebot in der jeweiligen Kommune machen – Hohen Neuendorf wäre dann im Nachteil, so die Befürchtung. „Dies kann mittelfristig die Versorgung mit Tagespflegeplätzen in unserer Stadt gefährden“, heißt es in dem Beschlussantrag.
Wie Kämmerin Doris Breitkreuz während der Sitzung am Dienstag sagte, würde die Kommune bei 200 Kindern in einer Tagespflege 150000Euro zahlen müssen, sollte der Beschluss eine Mehrheit im Stadtparlament finden.
Der Sozialausschuss hatte zuletzt einen Kompromiss empfohlen: Im Krankheitsfall zahlt die Stadt für fünf Tage 100Prozent der Bezüge, für weitere fünf Tage 50 Prozent. Ausfälle bei Urlaub oder Weiterbildung würden in diesem Fall nicht erstattet. Diese Variante würde immer noch mit rund 30000Euro zu Buche schlagen.
Schon in der Debatte deutete sich an, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Finanzausschuss nicht zustimmen würde. Hauptargument der Gegner sind die Kosten, die der Stadt dadurch jährlich entstehen würden.
Uwe Nötzold von der Interessengemeinschaft Kindertagespflege argumentierte, dass im aktuellen Haushaltsplan mehr Geld für die Tagespflege eingestellt wurde als Bedarf da ist. Die Stadt zahlt den Tageseltern pro Kind und Stunde 2,56 Euro. Im Etatentwurf 2012 werde von derzeit 168 betreuten Kindern à 58Stunden ausgegangen. Realistisch jedoch seien 40Stunden pro Kind. „Dadurch sind 400000Euro mehr eingestellt als benötigt werden“, sagte Nötzold gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Abgeordneten gingen am Abend zuvor auf diese Aussage nicht ein.
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