Großderschau (MZV) Er heißt Gustav und ist ein Weltenbummler. Im Südsudan hat dieser Weißstorch am Valentinstag seine Heimreise gen Norden angetreten. Das besondere an ihm ist der 35 Gramm schwere Solarsender auf dem Rückengefieder, der den Naturschutzbund Deutschland (NABU) über Reise und Aufenthalte auf dem Laufenden hält.
Minütlich gibt der Sender ein Signal ab, das etwa alle zwei Stunden von einem Satelliten empfangen wird. Dieser leitet die empfangenen Signale an eine Erdstation weiter, und so kann Gustavs Position ermittelt werden. Die Satelliten-Telemetrie ermöglicht es, seinen Zug quasi in Echtzeit zu verfolgen. Bisher unbekannte Rastplätze können entdeckt werden und diese neuen Erkenntnisse in zukünftige Schutzprogramme einfließen, heißt es auf www.nabu.de. Die dort eingestellte letzte Meldung stammt vom 17. Februar: „Gustav hat am Dienstag (14. Februar) sein Rastgebiet in der Savanne im Südsudan verlassen und ist entlang des Weißen Nil Richtung Norden gezogen. Bis gestern Morgen hatte er schon etwa 320 Kilometer geschafft“.
Wie bei drei anderen besenderten Artgenossen können Tierliebhaber Reisetagebücher im Internet lesen. Auch sehen sie, auf welchen Flugrouten die Vögel zuletzt nach Afrika gelangten. Demnach überflog Gustav auch den Naturpark Westhavelland, so zumindest zeigt es die grüne Linie an, die seinen Kurs markiert. Der Weißstorch glitt demnach im Herbst parallel zur Großderschauer Dossestraße, um über Friedrichsbruch nach Südosten zu gelangen. Womöglich kehrt er auf etwa gleichem Wege wieder zurück. Im vorigen Jahr passierte Gustav den deutschen Luftraum aus Polen kommend zwischen dem 8. und 11. April. Ziel seiner Reise war und sein Sommernest in Pahlen am Fluss Eider (Schleswig-Holstein), wohin er wieder unterwegs sein dürfte.
Zum Hintergrund der Senderprojekt heißt es auf den NABU-Internetseiten, dass in manchen Jahren viele Störche spät oder gar nicht aus Afrika zurück kommen würden. Nun soll der Storchenzug über mehrere Jahre verfolgt werden. Der Einfluss des Klimas im afrikanischen Winterquartier auf den Ablauf des Storchenzugs spiele dabei eine wichtige Rolle. Das Phänomen, wenn Störche spät oder gar nicht zurück kehren, würden Forscher „Störungsjahr“ nennen. Vermutlich werde dieses Phänomen durch widrige Bedingungen im Winterquartier und auf dem Zug verursacht. Die Erforschung des Problems sei vor allem in Hinblick auf den Klimawandel von großer Bedeutung. (Von René Wernitz)
Das vom NABU-Regionalverband betriebene Besucherzentrum des Naturparks Westhavelland heißt seit Sonntag Naturparkzentrum. Die Namensgebung war eingebettet... mehr
Mit seinen 170 Einwohnern ist das kleine Dorf Bahnitz in den weithin noch unentdeckten Naturpark Westhavelland eingebettet - und der Kirchplatz in dem... mehr
Milow (MZV) – Das Besucherzentrum des Naturparks Westhavelland legt seinen eher sperrigen Namen ab. Ab 25. März heißt die vom NABU-Regionalverband... mehr

