Oranienburg Sachsenhausen (MZV) Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus erinnerten der Landtag Brandenburg und die Gedenkstätte Sachsenhausen am Freitag in besonderer Weise an mehr als 250 jüdische Geiseln, die im Mai 1942 in dem Konzentrationslager ermordet wurden.
Aus Vergeltung für den Brandanschlag auf eine Propagandaausstellung im Berliner Lustgarten hatte die Gestapo willkürlich Juden verhaftet. Auf Initiative von Joseph Goebbels wurden jüdische Häftlinge des KZ und Berliner Juden am 28.und 29. Mai 1942 im neu errichteten Gebäude der „Station Z“, wo sich die Vernichtungsanlagen und das Krematorium befanden, mit Genickschüssen hingerichtet.
„Wir müssen Lehren aus der Vergangenheit ziehen. Allen muss klar sein, dass die Ideologie der Rechtsextremisten vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Massenmorde ein Angriff auf die demokratischen Grundlagen unseres Zusammenlebens in Deutschland und der Europäischen Union darstellt“, erklärte der brandenburgische Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) bei der Gedenkveranstaltung am zentralen Gedenkort „Station Z“ – vor allem im Hinblick auf die rechtsterroristische Mordserie. Kernstück der politischen Bildungsarbeit müsse daher sein, die Erinnerung an das, was der Rechtsextremismus in Deutschland angerichtet habe, zu pflegen, sagte Fritsch. „Die Gedenkstätten in Ravensbrück, Brandenburg an der Havel und in Sachsenhausen sind dafür Zeugnisse. Der Jugend muss vermittelt werden, wozu es führen kann, wenn wie im Rechtsextremismus die Gleichwertigkeit aller Menschen geleugnet wird.“
Die Pflege der Erinnerungskultur solle deshalb nicht als historische Last, sondern als Chance betrachtet werden, sagte Fritsch. „Die Zivilgesellschaft muss weiter gegen Rechts aktiviert werden. Durch viele friedliche Aktionen haben die Menschen in Brandenburg gezeigt, dass Rechtsextreme hier nichts zu suchen haben.“ Die Veranstaltung endete mit einer Kranzniederlegung, an der Landtags-Abgeordnete, Vertreter von Botschaften und Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, der jüdischen Gemeinden, von Verfolgtenorganisationen und Auszubildende teilnahmen.
67 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz haben der Brandenburger Landtag und die Gedenkstätte Sachsenhausen bei einer gemeinsamen... mehr
Jeder Dritte Brandenburger über 14 Jahre engagiert sich ehrenamtlich. Damit liegt die Mark nach Angaben der Staatskanzlei über dem Durchschnitt der... mehr
Mit Kranzniederlegungen, Schweigeminuten und einer Ausstellungseröffnung ist am Sonntag in Brandenburg der Opfer des Nationalsozialismus gedacht worden.... mehr
„Die haben mich alle ganz schön abgeschirmt. Erst gestern habe ich erfahren, wer die Ehrung initiiert hat“, sagte Rüdiger Becker gestern. Gut geschlafen habe er nach der Auszeichnungsveranstaltung in der Staatskanzlei, bei der 45 von 23000... mehr
