Oranienburg (MZV) Am Freitag war es wieder soweit: die Brandenburger Schüler bekamen ihre Halbjahres-Zeugnisse. In der Sachsenhausener Grundschule kamen wehmütige Gefühle auf – bei einer Lehrerin.
„Gerade ist wieder so ein komischer Moment“, findet Erdmute Alexy. „Das ist wirklich das letzte Mal, dass ich Zeugnisse überreiche“, fügt sie nachdenklich hinzu. Nach 40 Jahren im Schuldienst wurde sie gestern in den Ruhestand verabschiedet. „1972 habe ich in Thüringen angefangen“, blickt die 60-jährige Nassenheiderin auf ihre Dienstzeit zurück. Über die Hälfte davon war sie an der Grundschule in Sachsenhausen tätig. Seit 1990 unterrichtet sie hier, zuletzt als Klassenlehrerin der 4a. Am Freitag steht sie noch einmal vor der Klasse.
„Der Chor hat gesungen und wir haben Rosen geschenkt“, berichtet Vanessa schüchtern von der Veranstaltung in der Turnhalle. Sie selbst hat für ihre Lehrerin gebastelt. „Ein Schmuckkästchen mit einem Bild von mir“, erzählt sie. Die Viertklässlerin ist sichtlich traurig, dass ihre Lehrerin geht. Mit ihren Mitschüler freut sie sich, sie jetzt wenigstens noch eine Stunde für sich zu haben. „Sie war immer für uns da und hat uns zugehört. Und der Unterricht war nie langweilig“, loben Jouline und Lara Erdmute Alexy.
Auch der Pädagogin fällt es schwer zu gehen, „vor allem weil die Kinder so lieb waren“. Natürlich gab es auch Klassen, die nicht so angenehm waren und schwierige Momente. „Aber über die reden wir heute nicht“, befindet sie. Ihre Entscheidung Lehrerin zu werden, habe sie nie bereut. „Das war immer der Beruf, den ich wollte. Mit Kindern zu arbeiten, ist einfach wundervoll“, schwärmt die zukünftige Pensionärin. Welcher der schönste Moment in ihrem Lehrerleben war, kann sie deshalb gar nicht genau sagen. „Toll war auf jeden Fall die Leitung der Theatergruppe“, erinnert sie sich.
„Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und Freude“, verabschiedet Erdmute Alexy ihre Schüler in die Ferien. Sie möchte jetzt „erstmal alles sacken lassen.“ Einige Pläne hat sie auch bereits: „Die Enkel kommen, und im April geht es zum Mitsing-Konzert in die Berliner Philharmonie. Und zu besonderen Anlässen komme ich natürlich wieder hierher“, freut sie sich schon jetzt.
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