Bad Belzig (MZV) Seit einem Jahr bemüht sich die Schießplatz Bad Belzig GmbH um den Kauf eines 4,5 Hektar großen Grundstücks aus dem Landbesitz der Stadt. Auf diesem Gelände befinden sich Teile des Vereinsdomizils des Schützenverein Belzig 1864 e.V. sowie des Bogen- und der Trapschießstandes (Wurfscheiben). Der Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport empfahl den Stadtverordneten mit einer Gegenstimme den Verkauf der stark munitionsbelasteten Fläche. Im Interesse des Vereins gründete sich im Dezember 2010 die GmbH. Um anhaltende Querelen um den vom Schießplatz ausgehenden Lärm entgegenzuwirken, will diese nach dem Erwerb der Fläche den Trapschießstand umbauen und teilweise überdachen lassen. Bereits im Vorjahr stand der Kauf in den Gremien der SVV zur Diskussion. Eine Entscheidung wurde mit dem Verweis auf ein ausstehendes Schallgutachten aufgeschoben. Das vom Schützenverein bezahlte 6.000 Euro teure Papier liegt vor und bescheinigt den Sportschützen schon jetzt die Einhaltung aller gesetzlichen Werte. Trotzdem wollen sie um des Lieben Frieden Willen investieren. 275.000 Euro soll die geplante Baumaßnahme kosten. Querelen um den Schießstand gibt es seit etwa zehn Jahren. Während der Großteil der Bad Belziger mit den Sportschützen gut leben kann, sind sie anderen ein Dorn im Auge. Mittlerweile wird über die Vereinbarkeit von Kurstadtentwicklung und Schießsport debattiert. „Wir betreiben einen Sport, der einen unerwünschten Nebeneffekt hat. Das wissen wir“, so Schatzmeister Frank Winter. Über den von einer Bürgerinitiative gegen den Schießlärm ausgetüftelten so genannten „Plan B“, dass die Sportschützen nach Verlorenwasser ziehen, sagt Frank Winter: „Meine ehrliche Meinung dazu ist: Wer soll das bezahlen, das geht in den Millionen Bereich. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass dieses Geld woanders sinnvoller aufgehoben wäre. “Bevor Ende Februar die Stadtverordneten über den Verkauf des Grundstücks beraten, wird der Bauausschuss über die Angelegenheit diskutieren. Auch an dieses Gremium richtet der Schatzmeister den Appell: „Bitte vergessen sie bei ihrer Entscheidung nicht unsere Kinder- und Jugendarbeit“. Würde der Verein eines Tages nach Verlorenwasser umziehen, stände es um diese schlecht besteht. Denn wie sollen Mädchen und Jungen, die im Verein das Bogenschießen erlernen, zu den Übungsstunden nach Verlorenwasser gelangen, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen.
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