Löwenberger Land/Fehrbellin (MZV) - Die Jugendarbeit im Löwenberger Land läuft eigentlich ganz gut. In sechs Ortsteilen gibt es eigene Betreuer in den Jugendclubs und -zimmern. Noch. Im Herbst laufen die Stellen aus. Was dann kommt, weiß niemand.
Auch nicht der Bürgermeister Bernd-Christian Schneck (SPD): "Es ist noch sechs, sieben Monate hin, aber die Zeit vergeht schnell. Ich will, dass alle jetzt schon darüber nachdenken, wie es dann weitergeht. Denn ein Folgeprogramm ist derzeit nicht in Sicht." Für den Bürgermeister steht ganz klar fest, die Gemeinde wird die Betreuer nicht einfach fest anstellen können. Dafür hat sie nicht das Geld.
"Es wäre schön, wenn wir uns sieben solcher Stellen leisten können. Aber das geht nicht. Wir haben ja schon eine festangestellte Jugendkoordinatorin." Jugendarbeit zu gestalten sei deshalb nicht so einfach, da die Gemeinde nicht einen zentralen Club anbieten kann. Stattdessen gibt es viele Ortsteile, die Entfernungen sind groß. Allerdings: "Ich schließe es nicht aus, dass die Gemeinde auch über Honorare oder Aufwandsentschädigungen Jugendarbeit bezahlen kann."
Was aber erwartet der Verwaltungschef für die Zukunft? "Die Ortsbeiräte sollen mit überlegen, wie die Jugendarbeit laufen kann. Vielleicht über andere Träger, oder einen Verein."
Auch in Fehrbellin wurde bereits vor einigen Wochen klar: Die Stellen in den Clubs in Königshorst, Manker und Walchow werden nicht verlängert.
Aber: Alle drei Betreuer fühlen sich nach wie vor „ihren“ Clubs verbunden und machen ehrenamtlich weiter. „Sonst würde das alles auch nicht funktionieren“, sagt Kerstin Zimmermann, die die Fäden in Fehrbellin zusammen hält.
Wirklich froh ist sie, dass immer mehr Jugendliche die Sache selbst anpacken und sich für ihre Clubs engagieren. In Königshorst und in Protzen haben vier Jungs ihre Winterferien geopfert und eine sogenannte Jugendleitercard gemacht. Stefan und Max aus Königshorst und Matze und Benny aus Protzen haben nun vor, sich allein um Öffnungszeiten und all die organisatorischen Dinge zu kümmern, die anfallen. Es fehlen noch einige Gespräche mit der Gemeinde, dann können die Vier ihre ehrenamtliche Arbeit aufnehmen.
Die Koordinatorin ist zuversichtlich, dass Stefan, Max, Matze und Benny ihren Job ernst nehmen – auch wenn sie sich darüber im Klaren ist, dass 16-jährige Betreuer jemanden brauchen, der ihnen wenigstens in der Anfangszeit noch auf die Finger schaut. Doch das wird schwer, denn Kerstin Zimmermann hat einfach zu viele Clubs, um die sie sich kümmern muss – auch mit Blick auf das Zusammenschrumpfen ihrer Arbeitszeit. Sie ist nur noch für 30 statt 40 Stunden beschäftigt. In Absprache mit Gemeinde und der Berlin Brandenburgischen Landjugend hat sie Stunden abgegeben. Dafür soll eine Jugendarbeiterin für 20 Stunden in den neuen Räumen in der Oberschule eingestellt werden, wo ein neuer Jugendtreff entstehen soll – allerdings soll die Angestellte auch nur dort arbeiten.
Die Situation in den Dörfern entspannt sich dadurch nicht. „Die Jugendlichen in Fehrbellin brauchen einen festen Ansprechpartner“, meint Kerstin Zimmermann. Eine endgültige Entscheidung zum Jugendtreff gibt es, wenn die Fehrbelliner Gemeindevertreter am Donnerstag über den entsprechenden Beschluss beraten haben.
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