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Kino & Filme

90 Minuten – Das Berlin Projekt

Mit „90 Minuten – Das Berlin Projekt“ entsteht ein Film, der seine Struktur konsequent auf Bewegung, Wahrnehmung und räumliche Dynamik ausrichtet. Die Inszenierung bindet formale Strenge und spontane Momente zu einem Ansatz, der innere Prozesse neben äußeren Wegen sichtbar macht. Berlin dient hier nicht als Kulisse, sondern als Knotenpunkt wechselnder Stimmungen, die sich im Rhythmus der Bilder fortsetzen. Dadurch entsteht ein Werk, das Erwartungen an Tempo und Fokus zugleich herausfordert.

90 Minuten - Das Berlin Projekt

Sebastian verlässt die Premiere seines eigenen Films, um eine Begegnung zu suchen, die lange aufgeschoben wurde. Der Verlust von Hannah bildet den Hintergrund für seine Entschlossenheit, und die Spur führt ihn zu Guru, dessen Einfluss tiefe Spuren hinterließ. Er bewegt sich durch die Stadt, wechselt Verkehrsmittel, erreicht neue Orte und bleibt doch einem einzigen Ziel verpflichtet. Jede Station verändert den Druck, unter dem er handelt. Wie weit trägt ihn dieser Entschluss, während die Minuten verrinnen?

Handlung von „90 Minuten – Das Berlin Projekt“

Sebastian arbeitet als aufstrebender Schauspieler, doch seit Hannahs Tod verliert er jede Leichtigkeit. Er trägt die Erinnerung an gemeinsame Jahre und spürt zugleich die lähmende Schuld, die ihn seit ihrem Suizid begleitet. Hinter diesem Verlust steht Guru, ein Sektenführer, der früher Nähe zeigte, später jedoch manipulierte und Grenzen überschritt. Diese Erfahrung treibt Sebastian an, denn er erkennt in diesem Mann die Ursache für Hannahs Entscheidung. Während er seinen beruflichen Erfolg kaum wahrnimmt, formt sich in ihm der Entschluss, Verantwortung einzufordern und einen Ausweg aus seiner inneren Enge zu suchen.

Während die Premiere seines Films näher rückt, entscheidet Sebastian, den Abend für einen Angriff zu nutzen. Er wählt diesen Zeitpunkt, weil er sich im Trubel unerkannt bewegen kann und zugleich einen glaubwürdigen Rahmen findet, um die geplante Tat zu verbergen. Er bereitet sich darauf vor, Guru gegenüberzutreten, und hält an dem Gedanken fest, Gerechtigkeit herzustellen. Diese Vorstellung begleitet ihn durch den Tag und verschafft ihm eine klare Motivation. Gleichzeitig bleibt er aufmerksam, weil er weiß, dass jeder Schritt Wirkung entfalten kann und sich sein Plan rasch verändern könnte.

Die Jagd beginnt in Berlin und führt Sebastian von Ort zu Ort, während er Tempo und Richtung ständig anpasst. Er streift das Tempodrom, erreicht das Olympia Stadion und bewegt sich weiter zum Zoo Palast. Anschließend durchquert er die U Bahn Station Bundestag und gelangt später in die Skylounge des E Werk. Jeder Abschnitt bringt ihn näher zu Guru und zwingt ihn, das Ziel konsequent zu verfolgen.

Besetzung, Regie, Drehbuch und Technische Aspekte

Der Film „90 Minuten – Das Berlin Projekt“ erschien 2011 und nutzt ein Drama Thriller Konzept mit einer Freigabe ab 16 Jahren. Regie führte Ivo Trajkov, der zudem das Drehbuch schrieb, während Ivan Marinovic mitarbeitete. Suki Medenčevič übernahm die Kamera, und Birger Clausen verantwortete die Musik, während der Schnitt bei Ivo Trajkov und Michael Reich lag. Blerim Destani spielte Sebastian, Richard Sammel Alexander und Udo Kier Guru, zudem traten Nicolette Krebitz als Hannah und Werner Daehn als Ralf auf. Weiter wirkten Harald Schrott, Sophia Thomalla, Julia Dietze, Tino Mewes, Pit Bukowski und Waléra Kanischtscheff mit. Die Produktion entstand bei L.A.R.A. Enterprises.com GmbH in Zusammenarbeit mit BASISberlin Postproduktions GmbH und Laval Film. Die Dreharbeiten liefen in Berlin an Orten wie Friedrichshagen, dem Kino Zoopalast, dem Hauptbahnhof, E-Werk und der U Bahn Haltestelle Bundestag. Sie fanden vom 4. bis 15. Oktober 2010 statt, während das Budget zwei Millionen Euro umfasste.

Filmkritik von „90 Minuten – Das Berlin Projekt“

Der Film „90 Minuten – Das Berlin Projekt“ zeigt eine konsequente Inszenierung, die klare visuelle Entscheidungen trifft und damit eine starke Atmosphäre erzeugt. Die Kameraarbeit von Suki Medenčevič gehorcht dem urbanen Puls Berlins und fängt Räume manchmal mit ruhigem Blick, dann wieder mit hektischer Hand ein. Regisseur Ivo Trajkov nutzt dieses Wechselspiel, um die innere Zerrissenheit der Figuren zu spiegeln. Besonders eindrücklich erscheint eine Szene, in der Sebastian durch leere Bahnhofsarkaden läuft und die Neonlichter ihn kalt umhüllen – die Bildgestaltung verstärkt dort spürbar seine Isolation. Die Musik von Birger Clausen untermalt diese Stimmung dezent und effektiv.

Trotz dieser formalen Stärke fühlt sich „90 Minuten“ im narrativen Zentrum oft schief balanciert an. Die Handlung wirkt an einigen Stellen dünn und die Figurenzeichnung bleibt schwankend. Dadurch verliert der Film bisweilen an emotionale Tiefe. Zwar gelingt es, Berlin als melancholischen Raum erscheinen zu lassen, doch bleibt der hinter der Stadt thematisierte Schmerz zu oft abstrakt. Wer auf Stil und Atmosphäre Wert legt, findet hier reizvolle Ansätze. Erwartungen an Spannung oder Charaktertiefe erfüllt der Film nur teilweise.

Andre Nowak

Ich bin Redakteur für Gaming, Filme, PC und Internet, Kryptowährungen und seit über 30 Jahren täglich mit Technik und digitalen Medien verbunden. Schon in den Tagen von Vobis und röhrenden Lüftern habe ich Rechner auseinandergebaut und Netzwerkprobleme gelöst. Meine kaufmännische Ausbildung und langjährige Erfahrung in Systembetreuung und Hardwarefragen helfen mir, auch komplexe Themen verständlich zu vermitteln. Besonders faszinieren mich Browsergames, digitale Märkte und Filme mit Tempo und Spannung. Bei Die Mark Online schreibe ich über aktuelle Entwicklungen, technische Hintergründe und Trends, die unsere digitale Welt formen. Ich bleibe neugierig, teste gern neue Tools und spiele mit Begeisterung. Kino & Filme sind für mich keine Ablenkung, sondern Orte zum Eintauchen. Mein Ziel ist es, Wissen greifbar zu machen und mit echtem Interesse zu teilen.

"Technik hat mich geprägt, Filme geben mir Ruhe und Gaming hält mich wach." André Nowak