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Rückblick auf die Fachtagung Bauwerksdiagnose 2018 (Berlin)

Wir sind umgeben von Bauwerken unterschiedlicher Art, ob nun Gebäude, Brücken oder Straßen. Diese wurden irgendwann gebaut, doch wenn der Zahn der Zeit daran nagt, werden sie irgendwann brüchig und müssen entsprechend gewartet, gepflegt und saniert werden. Doch bevor das geschehen kann, gibt es Prüfungen, die klassischerweise selbst in die Bausubstanz eingreifen. Um das zu verhindern, gibt es die Idee der praktischen Anwendungen zerstörungsfreier Prüfungen.

Dahinter steckt die Idee, dass Bauwerke geprüft werden können, ohne sie dabei beschädigen zu müssen. Moderne digitale Technologie kann dabei große Hilfe sein. In Berlin fand jetzt die Fachtagung Bauwerksdiagnose 2018 statt, bei der es sich genau darum drehte. Dahinter stand die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung. Es gab verschiedene Vorträge und Poster-Sessions. Den Rückblick auf die Fachtagung gibt es in diesem Artikel.

Die Fachtagung für Bauwerksdiagnose in Berlin

In Berlin fand jetzt über zwei Tage vom 15. bis zum 16. Februar die Fachtagung der Bauwerksdiagnose 2018 statt. Dahinter stand die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung, was gleichzeitig auch der Fokus der Tagung gewesen ist. Es ging inhaltlich um Bauwerke, Inspektionen und um zerstörungsfreie Werkstoffprüfungen. Beteiligt war auch die Bundesanstalt für Materialforschung und- prüfung. Das Thema ist sehr wichtig und geht im Grunde alle Menschen an.

Es geht in erster Linie um die täglich genutzte Infrastruktur, die aus Gebäuden, Straßen, Brücken und Bahntrassen besteht. Um den Gesundheitszustand solcher Bauten zu prüfen, müssen sie klassischerweise angebohrt werden oder es werden Stücke herausgebrochen. Dadurch entstehen aber Schäden, die im besten Fall verhindert werden können. Die Idee der zerstörungsfreien Prüfung im Bauwesen setzt genau dort an und will dabei in Zukunft noch mehr auf Sensoren und Hightech-Verfahren setzen.

Das Programm der Bauwerksdiagnose Tagung

An den beiden Tagen gab es mehrere Vorträge, außerdem auch Poster-Sessions, mit denen das Thema von vielen Seiten beleuchtet wurde. Gehaltene Vorträge waren unter anderem “Vom Problem zur Prüfaufgabe – 10 Jahre ZfP-Bau in einem Ingenieurbüro” von A. Walther, “Merkblatt Korrosionsmonitoring” von T. F. Mayer, “Intelligente Brücke” von P. Haardt, “Big Data” von T. Hartmann und „Zustandsbeurteilung von Ingenieurbauwerken mittels statischem und kinematischem Laserscanning” von W. Lienhart.

Das Programm der Bauwerksdiagnose Tagung Zum Thema der Laser-Induced Breakdown Spectroscopy gab es die Vorträge “LIBS – ein Tool zur Untersuchung der chemischen Zusammensetzung von Beton” von G. Wilsch, “Analyse des Tausalzeintrages in Fahrbahndeckenbetone im Kontext der Alkali-Kieselsäure-Reaktion” von F. Weise, S. Millar und T. Günther, “LIBS zur Bestimmung der Eindringtiefe und des Wirkstoffgehaltes einer Tiefenhydrophobierung” von K. Bienert, “Einsatz des mobilen LIBS zur Qualitätssicherung bei der Instandsetzung” von A. Molkenthin und “Hard- und Software zur Untersuchung der chemischen Zusammensetzung von mineralischen Baustoffen”.

Zum Komplex “Schiene- Straße und Verkehrsbauwerke” wurden ebenfalls Bauwerksdiagnose Vorträge gehalten. Das waren “Schnellfahrende Zustandsuntersuchungen von Bahnstrecken mit dem Georadar-Verfahren” von J. Wolf, D. Hofmann und J. Niessen, “Georadar in Regelwerken und Anwendung im Straßenwesen” von C. Podolski und D. Jansen, “Dickenmessung mit dem Impakt-Echo-Verfahren – meist zügig, manchmal überraschend” von M. Schickert, “Herausforderungen beim Nachweis der Betondeckung an Ingenieurbauwerken” von C. Lohse” und “LAUS – Erste praktische Erfahrungen mit einem neuartigen Ultraschallsystem großer Eindringtiefe.” Zum Ende wurde noch der Schlussvortrag “Zur Wertschöpfungskette der zerstörungsfreien Prüfung im Bauwesen” gehalten.

Überblick zu den Poster-Sessions

Eine ganze Reihe von Poster-Sessions bot die Gelegenheit, um die Themen der Bauwerksdiagnose kompakt und schnell vorzustellen. Zu sehen gab es “Messergebnisse zerstörungsfreier Prüfverfahren in statischen Berechnungen” von S. Küttenbaum, A. Taffe und S. Maack, “Magnetische Streufeldmessung zur Lokalisierung von Spanndrahtbrüchen” von M. Schreiner und F. Lehmann.

Weite ging es mit “Oberflächenparallele Ablösungen auf Betontragwerken – Detektion und Bewertung mittels zerstörungsfreien Prüfverfahren” von P. Truffer. Sowie der “Erprobung und Demonstration von ZfP-Bauverfahren an Abrissbauwerken” von M. Friese und “Erstellung eines Testkörpers aus Stahlbeton für Untersuchungen mit Ultraschallecho zur Detektion von Hüllrohren in verschiedenen Tiefen” von R. Al-Basri und A. Taffe.

Möglichkeiten der zerstörungsfreien Prüfung

Die Möglichkeiten der zerstörungsfreien Prüfung Für eine sichere und funktionierende Infrastruktur ist es wichtig, dass ihre Bausubstanz stabil ist. Daher muss sie regelmäßig überprüft werden. Klassische Prüfverfahren haben den Nachteil, dass damit Teile zerstört werden, wenn auch nur minimal. Zudem bedeuten sichtbare Schäden nicht, dass die Risse erst vor kurzem entstanden sind. Neue Prüfverfahren sollen entsprechend weniger invasiv und auch schneller sein. Moderne Technologie kann dabei helfen. Sensoren und Hightech-Verfahren werden heute schon eingesetzt, sollen in Zukunft aber noch weiter ausgebaut werden. Unter anderem gibt es Bauwerksdiagnose und Infrastruktur-Monitoring, bei denen Brücken und Schienenwege kontinuierlich gemessen werden und Schäden sofort gemeldet werden können.

Mit chemischen Verfahren können dagegen Zusammensetzungen des Betons getestet werden. Beispielsweise, um Schäden von Streusalz zu erkennen. Auch Roboter und Scanner können eingesetzt werden, die automatisch große Flächen beim Abfahren untersuchen. Verschiedene Technologien werden entwickelt, über die auch bei der Fachtagung in Berlin gesprochen wurde. Dazu zählen die Laser-Induced Breakdown Spectroscopy, das Georadar und das Impact-Echo. Außerdem die Alkali-Kieselsäure-Reaktion, magnetische Streufeldmessung und Betoflux, Ultraschall-Echo mit dem LAUS-System und Hydrationsprozesse. Die Mischung dieser Methoden kann in Zukunft dafür sorgen, dass Schäden schnell erkannt und auch verhindert werden können.

Fazit zur Fachtagung Bauwerksdiagnose 2018

Fazit zur Fachtagung Bauwerksdiagnose 2018 in Berlin Die Fachtagung Bauwerksdiagnose 2018 in Berlin hat verdeutlicht, wie wichtig ein Wandel von invasiven Prüfmethoden hin zu einer digitalisierten Überwachung der Infrastruktur ist. Zerstörungsfreie Prüfverfahren können den Gesundheitszustand von Straßen, Brücken und Gebäuden messen, ohne Materialbeschädigung vorzunehmen. Durch den Einsatz verschiedener Hightech-Verfahren können diese Messmethoden immer genauer werden, wodurch Schäden auch frühzeitig erkannt werden können. Eine intelligente Vernetzung von Sensoren und großen Datenmengen kann der Schlüssel sein, um in Zukunft nicht nur die Sicherheit der Infrastruktur zu gewährleisten, sondern auch effizienter und kostensparender zu arbeiten.

Thomas Wernicke

Ich bin Redakteur für Technik, PC & Internet, Events, Kultur und Zeitgeschehen und beobachte, wie digitale Entwicklungen unser Leben beeinflussen – oft leise, manchmal tiefgreifend. Technik fasziniert mich nicht nur als Werkzeug, sondern als Kraft, die unseren Alltag und unser Denken verändert. In meinen Artikeln verbinde ich technische Themen mit gesellschaftlichen Entwicklungen, die oft komplexer sind, als sie scheinen. Aufgewachsen in Berlin, schätze ich klare Worte, trockenen Humor und ehrliche Perspektiven. Nach meinem Studium des Journalismus in Leipzig habe ich in vielen Redaktionen gearbeitet, von der Tageszeitung bis zum digitalen Newsroom. Technik begleitet mich seit meiner Kindheit und bleibt bis heute ein Motor meiner Neugier. Bei Die Mark Online schreibe ich über das, was sich verändert, oft leise, aber mit Wirkung. Mein Ziel ist es, Entwicklungen verständlich zu erklären, ohne sie zu vereinfachen.

"Wat nützt der schönste Fortschritt, wenn keener mitkommt?" Thomas Wernicke

Thomas Wernicke