30 Jahre Mauerfall – Eine Welt ohne Mauern
Ob sich diese letzten dreißig Jahre wie eine lange Zeit angefühlt haben, hängt vermutlich von der Perspektive ab. Auf der einen Seite sind diese letzten drei Dekaden eine lange Zeit, in der viel passiert ist. Auf der anderen Seite sind die Ereignisse von 1989 noch zum Greifen nah, sodass auch weiterhin aus der Geschichte gelernt werden muss.
Vor dreißig Jahren fiel die Berliner Mauer und ebnete damit den Weg zur deutschen Wiedervereinigung. Dieses Jubiläum wurde jetzt gefeiert. Unter anderem mit dem Gipfeltreffen “Berlin Wall 30”, bei dem die politischen Ereignisse seit damals noch einmal reflektiert wurden. Außerdem gab es einen Ausblick auf die kommenden zehn Jahre und welche Bedeutung die Kulturdiplomatie hat. Mehr zu diesen Ereignissen gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Berlin Wall 30
Die Berliner Mauer gilt noch heute als ein Zeichen der Trennung von Menschen. Das System zur Grenzbefestigung gab es von 1961 bis 1989 und damit fast dreißig Jahre lang. Eine Zeit, in der sich der Westen und der Osten unterschiedlich entwickelten, was auch heute noch in Teilen zu erkennen ist. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, was nicht nur die Wiedervereinigung ermöglichte, sondern auch als Ende des Kalten Krieges angesehen wird. Einerseits lassen sich die Ereignisse von damals kurz zusammenfassen, andererseits gab es komplexe politische Zusammenhänge, aus denen man lernen kann. Auch dafür wurde das Projekt “Berlin Wall 30” auf die Beine gestellt.
Anlässlich des Jubiläums gab es verschiedene Konferenzen. Unter anderem “Berlin Wall 30”. Dabei handelte es sich um eine Konferenz unter dem Titel “A World Without Walls”. Sie wurde genutzt, um die kulturellen und politischen Veränderungen seit 1989 zu reflektieren. Dabei kam auch die Frage auf, inwiefern auch heute noch Mauern in der Welt stehen, die nicht immer physisch sichtbar sind. Außerdem wurde das Projekt “Berlin Wall 30-40” gestartet, das auf die nächsten zehn Jahre angelegt ist. Dahinter steht die Inter-Parliamentary Alliance for Human Rights & Global Peace. Der Fokus liegt im Dialog, der Versöhnung und der Friedenssicherung. Als Methode bedient man sich der Cultural Diplomacy.
Sprecher und Feierlichkeiten
Die Jubiläumsfeierlichkeiten dauerten vom 6. bis zu 10. November an und umfassten verschiedene Veranstaltungen. Es gab besondere Münzen und Kunstwerke, außerdem gab es Aktionen am Berliner Mauer Mahnmal. Folgende Sprecher aus aller Welt waren in diesen tagen mit dabei: Ali Ahmad Jalali, Bertel Haarder, Christian Leitz, Claudia Monti, Emil Constantinescu, Joseph O´Reilly, Wilmot Collins, Roza Otunbayeva, Naheed Nenshi und Luk Van Langenhove.

Vorträge waren unter anderem “Fall of the Wall and 30 Years Security Policy of the Reunified Germany”, “Reconciliation and International Law”, “The Fall of the Wall in 1989: an Inspiration for the 18th Year Old Student I was”, “How have our Societies changend?” und “Reflections on the Economic Recovery Miracle: Eastern Europe after the Fall of the Berlin Wall”.
75 Jahre deutsche Geschichte
Der Fall der Berliner Mauer markierte auch das Ende eines Abschnitts deutscher Geschichte, der im Grunde fast nur als Einheit betrachtet werden kann und von 1914 bis 1989 reichte. Diese 75 Jahre umfassten den Beginn des 1. Weltkriegs und endeten mit dem Mauerfall. Natürlich lässt sich die Geschichte auch früher ansetzen, doch der Krieg von 1914 setzte den Anfang für eine lange Periode politischer Unruhen, Kriege und menschlichen Leids. Die Opferzahlen der beiden großen Kriege sind unerreicht. Für Deutschland führte das unmittelbar zur Schuldfrage, die in den Jahrzehnten danach aufgearbeitet wurde. Der 2. Weltkrieg endete 1945 und führte fast auf direktem Wege zur deutschen Teilung.

Wer die Gegenwart und die heutigen Fragen beantworten möchte, muss diese Vergangenheit kennen, die nicht grundlos immer wieder auf dem Schulplan steht. Die Ereignisse haben aber nicht nur Bedeutung für Deutschland, das sich innerhalb dieser 75 Jahre massiv verändert hat, sondern auch für Europa. Nach dem 2. Weltkrieg folgte die längste friedliche Phase in Europa und internationale Gemeinschaften fanden auf nie dagewesene Weise zueinander. Die deutsche Geschichte ist zudem auch wichtig für das heutige Verständnis von Ost und West und den möglichen Konflikten, die nach wie vor bestehen. Der Mauerfall liegt womöglich 30 Jahre zurück, doch das erhöht nur die Notwendigkeit für eine wache, historisch gebildete und aufgeklärte Gesellschaft.
Die Idee der Cultural Diplomacy
Rund ein Jahr nach dem Mauerfall folgte die deutsche Wiedervereinigung, die im nächsten Jahr ihr 30. Jubiläum feiern kann. Anlässlich dieses Ereignisses ist eine Konferenz der Academy for Cultural Diplomacy geplant. Das Ziel ist es, eine Kette der historischen Ereignissen zu erstellen und zu analysieren, um daraus Lösungen für die Zukunft zu schließen. Unter Kulturdiplomatie versteht man die Idee, dass Informationen, Kunst und Ideen zwischen Völkern und Nationen ausgetauscht werden. Dadurch soll das gegenseitige Verständnis gefördert werden, während Vorurteile abnehmen. Die Rede ist dabei auch von der “Soft Power”. Gemeint ist damit eine Anziehungskraft zwischen Kulturen als Alternative zu militärischem Druck.
Fazit über den Fall der Berliner Mauer
