Das Berliner Jugendforum: Jugendliche machen Politik
Immer wieder ist vonseiten der Politik die Rede davon, wie wichtig die Einbindung der Jugendlichen sei. Darin sind sich viele einig, doch in der tatsächlichen Umsetzung zeigt sich immer wieder, dass es noch viel Luft nach oben gibt. Die Gründe dafür liegen in veralteten Strukturen, die es jungen Leuten nicht einfach machen, einen Fuß in das politische Geschehen zu bekommen. Aber natürlich ist auch der Einsatz von jungen Leuten selbst gefragt.
Wie das gehen kann, zeigt das Berliner Jugendforum, das bereits seit Anfang des Jahrtausends besteht. Die jährlichen Tagungen finden im Berliner Abgeordnetenhaus statt, was aufzeigt, wie authentisch es hier zur Sache geht. Jugendpolitisch ist es die wichtigste Veranstaltung in Berlin. Die grundsätzliche Idee dahinter ist, dass Jugendliche für politische Prozesse gewonnen werden können und deren Eigeninitiative gestärkt werden kann. Mehr dazu in diesem Artikel.
Was ist das Berliner Jugendforum?
Die Idee entstand bei der Jugendbildungsstätte WannseeForum 2000. Nachdem die Idee formuliert wurde, fand im Jahr darauf zum ersten Mal das Berliner Jugendforum mit 200 Teilnehmenden im Martin-Gropius-Bau statt. Mit der 2. Veranstaltung ging es bereits in das Abgeordnetenhaus Berlin, wo die Veranstaltungen seitdem immer stattfinden. Die landesweite Bedeutung wurde dadurch unterstrichen, dass das Interesse mit jedem Jahr zugenommen hat. Die Idee des Forums besteht darin, dass Jugendliche und verschiedene Projekte gefördert werden sollen, um sich damit für Toleranz und Demokratie einzusetzen. Jugendliche müssen in politische Prozesse eingebunden werden und im besten Fall durch Eigeninitiative agieren.
Es geht dabei aber nicht allein um den Blick auf die Jugendlichen, sondern auch auf die Abgeordneten und gewählten Politiker. Sie sollen durch das Berliner Jugendforum die Gelegenheit erhalten, den Blick auf die Jugendlichen und deren Themen zu gewinnen. Auch sprachlich gibt es oft Differenzen aufgrund anderer Ausdrucksformen. Durch das Forum finden die unterschiedlichen politischen Generationen zusammen. Ferner bietet das Forum die Gelegenheit, um die Berliner Jugendarbeit zu präsentieren und sich zu Projekten auszutauschen. Träger der Initiative ist das Landesprogramm “respectABel”. Unterstützung gibt es von der Senatsverwaltung und verschiedenen Stiftungen.
Die Struktur und Veranstaltungen

Interessant ist auch der Projektmarkt. Die Idee hierbei ist, dass viele verschiedene Projekte auf den Wandelgängen des Parlaments vorgestellt werden können. Das bietet die Gelegenheit, dass sich wirklich jeder mit einer guten Idee einbringen kann. Natürlich darf auch ein Kulturprogramm nicht fehlen, das sich eher an Jugendliche orientiert. Es gibt Konzerte mit Live-Bands und Hip-Hop, außerdem Theater und Poetry Slam. Doch selbst diese Inhalte sind meist politische Statements, die letztendlich auch dabei helfen können, andere Jugendliche für die Politik zu begeistern. Medial wird das Forum durch die Twitter-Wall begleitet, außerdem durch das pollo-magazin und dem Portal jup! Berlin.
Jugendliche und Politik

Wichtig ist, dass Jugendliche Selbstwirksamkeit lernen müssen. Und das bedeutet, dass ihre Stimme zählen muss. Frustration und Gleichgültigkeit sind die häufigsten Gründe, warum Menschen sich von der Politik abwenden. Auch gibt es ein hohes Maß an Politikverdrossenheit. Diese Strukturen müssen vonseiten der Politik aufgebrochen werden, um zu zeigen, dass ein Mitgestalten möglich ist. Politikbegeisterung kann auf verschiedene Weise geweckt werden. Zum einen dadurch, dass Jugendliche die Themen vorgeben können, wie beim Berliner Jugendforum, aber auch durch Kultur und Digitalisierung. Letztere bietet eine große Chance, junge Menschen direkt zu erreichen.
Warum die Einbindung so wichtig ist
Kritische Stimmen behaupten, dass Jugendliche in der Pubertät sich nicht interessieren oder aber auch noch nicht über die notwendige Lebenserfahrung verfügen. Das lässt sich natürlich schnell als Quatsch enttarnen, doch unterm Strich geht es darum, die Regenerationsfähigkeit der Demokratie zu bewahren.
Jugendliche sind die nächste Generation, die großen Einfluss nehmen kann. Wenn sich aber Generationen voneinander entkoppeln, entstehen Lücken, die bald nur noch schwer zu schließen sind. Die Verdrossenheit mit der Politik steigt damit immer mehr. Wichtig ist zudem, allen Menschen, egal welchen Alters, auf Augenhöhe zu begegnen. Statt also nur Begeisterung wecken zu wollen, muss ein Austausch ebenbürtig stattfinden.
Fazit zum Berliner Jugendforum
