Psychologie gestalten – Kongress der DGP 2018 in Frankfurt
Die Wurzeln der Gesellschaft liegen schon weit über einhundert Jahre zurück. Als Vereinigung für Psychologen und Psychologinnen, die in der Forschung und Lehre tätig sind, nimmt die Deutsche Gesellschaft für Psychologie eine zentrale Rolle in Deutschland ein. Der Verein hat das Ziel, die wissenschaftliche Psychologie zu fördern. Unter anderem durch regelmäßige Kongresse, die bereits seit 1904 stattfinden.
Vor zwei Jahren waren die Mitglieder in Leipzig zu Gast, jetzt ging es für fast eine Woche nach Frankfurt am Main. Dafür ging es an den Campus Westend der Goethe-Universität, die gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Internationale Forschung eingeladen hat. Als diesjähriges Motto hat man sich für “Psychologie gestalten” entschieden. Damit wollte man herausstellen, wie wichtig die Rolle der Psychologie bei gesellschaftlichen und individuellen Herausforderungen ist. Den Rückblick auf den Kongress gibt es in diesem Artikel.
Der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie 2018
Es war nicht das erste Mal, dass ein Kongress dieser Art in Frankfurt am Main ausgetragen wurde. Allerdings liegt das letzte Mal schon einige Jahre zurück. Genauer gesagt 110 Jahre, damals noch als Gesellschaft für Experimentelle Psychologie. Ungefähr seit 1951 wird der Kongress alle zwei Jahre ausgetragen, das letzte Mal ging es dafür nach Leipzig. Dieses Mal gab es mit der Goethe-Universität Frankfurt und dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung zwei Gastgeber. Als Kongresspräsidenten fungierten Prof. Dr. Johannes Hartig und Prof. Holger Horz. Es war der insgesamt 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, der vom 15. bis zum 20. September 2018 stattfand.
“Psychologie gestaltet” wurde als Motto ausgegeben und sollte die Rolle der wissenschaftlichen Psychologie hervorheben, wenn es um die Bewältigung von gesellschaftlichen und individuellen Herausforderungen geht. Das Motto steht dabei im Zusammenhang mit Max Wertheimer, der in Frankfurt die Gestaltpsychologie begründet hat. Auf dem Plan standen verschiedene Themen, die aus unterschiedlichen Teilbereichen der Psychologie stammen. Es fanden Symposien statt, außerdem wurden Keynote-Speaker eingeladen. Die Veranstaltungen wurden auf Englisch durchgeführt. Daneben gab es die klassischen Poster-Sessions, die dieses Mal um eine digitale Komponente erweitert wurden. Auch wurden interaktive Foren angeboten, in denen über Forschungsvorhaben und Praxisprobleme diskutiert werden konnte.
Programm des 51. DGP Kongresses in Frankfurt
Die ersten beiden Tage waren für die Pre-Conference Workshops reserviert. Dabei ging es um verschiedene Themen wie “Wissenschaftskommunikation”, “Multinomial-Processing-Tree Modelling: basic methods and recent advances”, “Open Science Praktiken mit Schwerpunkt Forschungsdatenmanagement in der Psychologie”, “Verständlich schreiben für die Öffentlichkeit”, “Open Science: from transparency to efficient theory development”, “Big Data”, “Mathematische Grundlagen von statistischen Tests und Schätzern” sowie “Dealing wie response styles”. Der Hauptbereich des Kongresses begann am Montag mit der Anmeldung. Direkt im Anschluss gab es eine erste Podiumsdiskussion, bei der es um den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Psychologie ging. Es folgten verschiedene Forschungsreferate, die parallel zueinander liefen.

Verschiedene Aspekte wurden besprochen. Dazu gehören “Heterogeneity in the classroom: teacher professional knowledge, beliefs, and instructional strategies”, “From theory to constraint to prediction: The Bayesian payoff in psychological science”, “Beurteilung und Verbesserung der psychosozialen Lage, geflüchteter Menschen in Deutschland: Methodenvielfalt, aktuelle Befunde und neue Herausforderungen”, “Unternehmertum”, “Leveraging smartphones as data collection tools in psychological research”, “Psychische Gesundheit Studierender: neue Erkenntnisse zur Prävalenz psychischer Störungen, Barrieren der Inanspruchnahme und Möglichkeiten zu Intervention und Prävention bei Studierenden” sowie “Emotionales Erleben und Kompetenzen im Erwachsenenalter: Ökologisch valide Perspektiven”.
Preise, Ehrungen und Rahmenprogramm
Das wissenschaftliche Programm bot eine große Vielfalt, zu denen auch die Hot Topics mit den Keynote Vorträgen gehört haben. Daneben gab es auch die Gelegenheit für Preise und Ehrungen. Es gab die Ehrung für das wissenschaftliche Lebenswerk, außerdem wurden die Wilhelm-Wundt-Medaille, der Charlotte-und-Karl-Bühler-Preis, der Heinz-Heckhausen-Jungwissenschaftlerpreis, der Preis für Wissenschaftspublizistik, Franz-Emanuel-Weinert-Preis, Martin-Irle-Preis und der Förderpreis Psychologie verliehen.

Außerdem wurden ein Rahmenprogramm auf die Beine gestellt, wozu Blitzlichtvorträge, ein Psycho-Slam, Stadtführungen, ein Gesellschaftsabend und ein Lauftreff gehörten. Genügend Möglichkeiten also für die Teilnehmer, damit sie auch abseits vom Kongress interessante Inhalte erleben konnten.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie
Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie hat ihren Sitz in Berlin und hat über 5.000 Mitglieder. Gemeinsam mit dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen bildet sie die Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen. Zu ihren Aufgaben gehören die Förderung und Verbreitung der wissenschaftlichen Psychologie. Außerdem will man die Stellung der Psychologie an Forschungsinstituten, Hochschulen und in der Öffentlichkeit sichern. Alle zwei Jahre werden Fachkongresse ausgerichtet. Ihre Ursprünge liegen weit zurück. Sie wurde 1904 als “Gesellschaft für experimentelle Psychologie” gegründet. 1929 erfolgte die Umbenennung in den heutigen Namen. Aufgrund der ideologischen Jahre nach 1933 und des Krieges gab es ab 1948 einen Neuanfang.
Fazit zum 51. Kongress der DGP
