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Die Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik 2023 in Mainz

Sprachwissenschaftler aus ganz Deutschland kamen zuletzt in Mainz zusammen, um an der Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik teilzunehmen. Dafür ging es passenderweise an die Johannes Gutenberg Universität, in der über drei Tage verschiedene Aspekte des Faches und Sektionen besprochen wurden. Die Angewandte Linguistik beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten von Sprache, ist dabei aber nur ein Teil der Sprachwissenschaft.

In Mainz wurden die Themen in 15 Fachsektionen unterteilt, in denen dann diskutiert werden konnte. Es gab Einzelvorträge, Postersessions und natürlich Diskussionen. Zudem wurde die Jahrestagung dafür genutzt, den Nachwuchspreis zu vergeben, über den sich Juliane Schopf freuen durfte. Außerdem wurde der langjährige GAL-Präsident Prof. Dr. Markus Bieswanger verabschiedet. Den Rückblick auf die Konferenz gibt es in diesem Artikel.

Die GAL-Jahrestagung 2023 in Mainz

Bereits 1968 wurde die Gesellschaft für Angewandte Linguistik gegründet, die damit heute eine der ältesten und auch größten Fachgesellschaften ihrer Art darstellt. Spracherwerb und das Lernen von Sprachen liegen im Fokus der Gesellschaft, die entsprechende Ziele aktiv in Deutschland mitgestalten und fördern möchte. Die Jahrestagungen werden dafür genutzt, dass die Mitglieder der Gesellschaft zusammenkommen, um über aktuelle Themen der Fachgebiete zu sprechen.

Nachdem man im letzten Jahr in Würzburg zu Gast war, ging es dieses Mal nach Mainz. Vom 20. bis zum 22. September fand die Jahrestagung der GAL statt. Dafür ging es an die Johannes Gutenberg Universität. Ausgerichtet wurde die Konferenz vom Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft unter der Leitung von Professor Dr. Bernd Meyer. Die Tagung wurde auch dafür genutzt, um den langjährigen GAL-Präsidenten Prof. Dr. Markus Bieswanger zu verabschieden. Prof. Dr. Karin Birkner hat die Nachfolge übernommen.

Bereits im März konnten Beiträge und Poster eingereicht werden. Nach rund zwei Monaten endete die Einreichungsfrist und im Juni wurde dann entschieden, welche Beiträge angenommen oder abgelehnt wurden. Danach begann auch die Anmeldung für die Tagung. Je früher ein Teilnehmer buchte, desto geringer fiel der Preis aus.

Programm der diesjährigen Tagung

Programm der diesjährigen Tagung Über drei Tage wurden 15 spezifische Themen in den 15 GAL-Sektionen besprochen. Diese Sektionen sind Fachkommunikation, Gesprächsforschung, Interkulturelle Kommunikation und mehrsprachige Diskurse, Lexikographie, Mediendidaktik und Medienkompetenz, Medienkommunikation, Sprachkritik, Mehrsprachigkeit, Migrationslinguistik, Phonetik und Sprechwissenschaft, Schreibwissenschaft, Soziolinguistik, Sprachdidaktik, Textlinguistik und Stilistik sowie Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft. Bevor es aber in die Themenbereiche ging, gab es bereits am 19. September ein Warming Up. Dafür trafen sich die Teilnehmer im Baron, einem Restaurant am Campus. Zudem gab es ein Conference Dinner am zweiten Abend, womit die Teilnehmer die Gelegenheit hatten, auch abseits der Fachthemen ins Gespräch zu kommen.

Zu den besonderen Momenten der Jahrestagung gehörte auch die Vergabe des Nachwuchspreises, der in diesem Jahr an Juliane Schopf ging. Sie erhielt den Preis für ihre Arbeit, in der es um Gespräche in der Impfsprechstunde und deren Anwendung in der Medizindidaktik geht. Zudem wurde der Sonderpreis für studentische Arbeiten an Alicia Hückmann verliehen, die technische Englisch-Workshops bei der Mercedes-Benz AG optimieren konnte.

Die Themen der verschiedenen Sektionen

Die drei Tage wurden in Slots aufgeteilt, in denen die unterschiedlichen Sektionen ihre Themen besprechen und bearbeiten konnten. Die einzelnen Themen waren “Fachneologismen und lexikalische Expansion”, “Krisen als soziale und interaktive Ereignisse. Kommunikative Bearbeitung von troubles in der sozialen Interaktion”, “Wissenschaftskommunikation interkulturell, intermedial und interdisziplinär”, “Lexikalische Ambiguität vs. lexikografische Disambiguierung: Mehrdeutigkeit im Wörterbuch”, “Sprache(n) in der Kultur der Digitalität: didaktische und konzeptuelle Perspektiven auf das Lernen, Leben und Handeln in der vernetzten Welt”.

Weitere Themen waren “Automatisierung in der Medienkommunikation”, “Polyfunktionalität sprachkritischer Äußerungen”, “Herausforderungen und offene Fragen bei der Erforschung von Mehrsprachigkeit”, “Erhalt und Ausbau mehrsprachiger Kompetenzen: Programme und didaktische Ansätze”, “Prosodie in linguistischer/nicht-linguistischer Funktion”, “Rollen”, Soziale Ungleichheit revisited”, “(Vor)Wissen von Sprachlernenden und Lehrenden: Können, Kontexte, Strategien & Werkzeuge” sowie “Herausforderungen an die Translatologie”.

Die Gesellschaft für Angewandte Linguistik

Die Gesellschaft für Angewandte Linguistik Die Gesellschaft für Angewandte Linguistik wurde 1968 gegründet und hat heute rund 1.000 Mitglieder. Sie gehört zudem zum Weltverband für Angewandte Linguistik. Ihre Aufgaben sieht die Gesellschaft darin, die Entwicklung der Angewandten Linguistik in Deutschland aktiv mitzugestalten. Problemorientierung steht dabei im Mittelpunkt. Man arbeitet wissenschaftlich und möchte seinen Beitrag zu den kommunikativen Herausforderungen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Die Überführung von linguistischen Methoden und Erkenntnissen in die berufliche Praxis ist ein zentrales Element der Arbeit.

Zu den Aufgaben der Gesellschaft zählen die Förderung des interdisziplinären Dialogs sowie die internationale und nationale Zusammenarbeit. Zudem werden auch die Mitglieder vertreten, Fachtagungen veranstaltet und Publikationen veröffentlicht. Letztere sind die Fachzeitschrift ZfAL und die Buchreihe “Forum Angewandte Linguistik”. Mitglieder können auf das fachliche Netzwerk der Gesellschaft zugreifen und Einfluss auf die Fachdisziplinen nehmen. Auf internationaler Ebene trägt die GAL zu praktischen und bildungspolitischen Fragestellungen und entsprechenden Antworten bei.

Fazit zur GAL-Jahrestagung 2023

Fazit zur GAL-Jahrestagung 2023 Einmal mehr zeigte die Jahrestagung der Gesellschaft für Angewandte Linguistik, dass sie eine Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis darstellt. In diesem Jahr ging es für drei Tage an die Johannes Gutenberg Universität in Mainz. Dort wurden verschiedene Themen in den 15 Fachsektionen der Gesellschaft besprochen. Daneben diente die Konferenz auch für anderweitige Programmpunkte. Dazu gehörte die Verabschiedung von Markus Bieswanger, der viele Jahre Präsident der Gesellschaft gewesen war. Karin Birkner übernahm als seine Nachfolgerin die Verabschiedung. Außerdem wurden zwei Preise an den Nachwuchs verliehen. Die Jahrestagung im nächsten Jahr wird in Dresden stattfinden.

Thomas Wernicke

Ich bin Redakteur für Technik, PC & Internet, Events, Kultur und Zeitgeschehen und beobachte, wie digitale Entwicklungen unser Leben beeinflussen – oft leise, manchmal tiefgreifend. Technik fasziniert mich nicht nur als Werkzeug, sondern als Kraft, die unseren Alltag und unser Denken verändert. In meinen Artikeln verbinde ich technische Themen mit gesellschaftlichen Entwicklungen, die oft komplexer sind, als sie scheinen. Aufgewachsen in Berlin, schätze ich klare Worte, trockenen Humor und ehrliche Perspektiven. Nach meinem Studium des Journalismus in Leipzig habe ich in vielen Redaktionen gearbeitet, von der Tageszeitung bis zum digitalen Newsroom. Technik begleitet mich seit meiner Kindheit und bleibt bis heute ein Motor meiner Neugier. Bei Die Mark Online schreibe ich über das, was sich verändert, oft leise, aber mit Wirkung. Mein Ziel ist es, Entwicklungen verständlich zu erklären, ohne sie zu vereinfachen.

"Wat nützt der schönste Fortschritt, wenn keener mitkommt?" Thomas Wernicke

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