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Literatur

Kathrin Hartmann: Portrait einer Journalistin & Autorin

Leider ist es kein Selbstläufer, dass Ungerechtigkeiten und Korruption einfach so ans Tageslicht kommen. Im besten Fall beteiligt sich jeder Mensch daran, für eine gerechtere Welt einzustehen, indem Ungerechtigkeiten klar benannt werden. Doch oft fällt diese Arbeit vor allem Journalisten zu, die nicht nur tiefer in jede Materie eindringen, sondern auch noch gewissenhafter und mit einem moralischen Kompass ausgestattet.

Natürlich gilt das nicht 1:1 für jeden Menschen dieses Berufsstandes auf der ganzen Welt, doch Kathrin Hartmann gehört zu dieser Sorte Journalist, die mit ihrer Arbeit eine Veränderung bewirken wollen. Mittlerweile hat Hartmann acht Bücher zu unterschiedlichen Themen veröffentlicht, arbeitete auch für verschiedene Zeitungen und war auch an der Satire-Sendung “Die Anstalt” beteiligt. In diesem Artikel werden Kathrin Hartmann und ihre Arbeit näher vorgestellt.

Wer ist Kathrin Hartmann?

1972 in Ulm geboren, wohnt und arbeitet Hartmann heute in München. Sie studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Skandinavistik in Frankfurt am Main und hat schon während dieser Zeit als freie Autorin gearbeitet. Tätig war sie unter anderem für die taz, die Frankfurter Rundschau und das Satiremagazin Titanic. Bei der Frankfurter Rundschau machte sie ein Volontariat und begann dort schließlich als Redakteurin für Politik und Nachrichten zu arbeiten.

Von 2006 bis 2009 war sie zudem Textredakteurin für die Zeitschrift Neon. Obwohl sie seit 2009 als freie Journalistin und Buchautorin aktiv ist, schreibt sie auch weiterhin regelmäßig für verschiedene Zeitungen und Magazine.

Abseits der Printmedien war sie auch schon für “Die Anstalt” tätig. Das Satire-Magazin im ZDF punktet immer wieder mit scharfen Beobachtungen und Aufklärungen, um politische Themen lustig, aber wahrheitsgemäß an den Mann zu bringen. Hartmann arbeitete dort als Rechercheurin. Außerdem wirkte sie als Drehbuch-Mitautorin und Protagonistin am Dokumentarfilm “The Green Lie” von Werner Boote mit.

Hartmann beschäftigt sich allgemein mit Gesellschaft und Politik, legt dabei den Fokus aber auf Konzern- und Globalisierungskritik, auf Kritik am Kapitalismus und das Thema Greenwashing. Seit 2009 hat sie zu verschiedenen Aspekten dieser Themen Bücher veröffentlicht. Ihr neuestes Werk “Die Welt gewinnen” erschien 2025.

Bisherige Veröffentlichungen

Anhand der bisher veröffentlichten Bücher lässt sich erkennen, dass Kathrin Hartmann eine gewissenhafte Journalistin ist, die immer wieder bei gleichen und ähnlichen Themen ansetzt, um damit für Aufklärung und Veränderung zu sorgen.

Bisherige Veröffentlichungen

Ihre Publikationen bauen inhaltlich aufeinander auf, vertiefen zentrale Fragestellungen und beleuchten wirtschaftliche, ökologische und soziale Zusammenhänge aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei verbindet sie investigative Recherche mit verständlicher Analyse.

Ende der Märchenstunde (2009)

Mit ihrem ersten Buch “Ende der Märchenstunde: Wie die Industrie die Lohas und Lifestyle-Ökos vereinnahmt” konnte Hartmann direkt einen Hit landen und dadurch zur freien Journalistin und Buchautorin werden. In diesem Buch geht die Autorin auf die sogenannten Lohas ein (“Lifestyle of Health and Sustainability”), also jenen Menschen, die die Welt durch besseren Konsum besser machen wollen. Eine bessere Welt ist demnach möglich, wenn wir bessere Produkte konsumieren. Doch was als Protest begann, ist zu einem Stil geworden. Ob diese Rechnung tatsächlich aufgeht, wird in diesem Buch näher beleuchtet. Hartmann nutzte den Buchtitel auch zur Benennung ihres eigenen Blogs.

Wir müssen leider draußen bleiben (2012)

2012 erschien ihr zweites Buch mit dem Titel “Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft”. Hier legt Hartmann den Finger in die Wunde. Denn trotz des steigenden Reichtums in Deutschland werden immer mehr Menschen abgehängt. Das betrifft nicht nur Rentner und Arbeitslose, sondern viele Menschen, die sich in Jobs mit prekären Verhältnissen und Entlohnungen befinden.

Dabei entsteht eine gefährliche Entwicklung, denn wer abgehängt wird, dem werden auch noch die Fähigkeiten abgesprochen. Armut wird immer kritischer gesehen, gleichzeitig steigt der Anteil armer Menschen. Ein augenöffnendes Buch, das aufzeigt, wie gravierend das Problem bereits ist.

Aus kontrolliertem Raubbau (2015)

In ihrem nächsten Buch, das 2015 erschien, beschäftigte sich Hartmann mit der Frage, wie grün die Lösungen angesichts der drohenden Klimakatastrophe wirklich sind. “Aus kontrolliertem Raubbau: Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren”. Es wird aufgezeigt, dass die sogenannte dritte Revolution keinesfalls so grün und nachhaltig ist, wie es die Politik und Unternehmen gerne verkaufen wollen. Wer Bio und Öko kauft, kann somit sein Gewissen beruhigen. Doch grünes Wachstum ist laut Hartmann eine Illusion, die vor allem zu Lasten der schwächsten und ärmsten Menschen in der Gesellschaft geht.

Die grüne Lüge (2018)

Hartmann war am Drehbuch für den Dokumentarfilm “The Green Lie” beteiligt und verfasste in diesem Zug das Buch “Die grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell”. Darin zeigt sie deutlicher als je zuvor auf, wie Unternehmen Greenwashing betreiben. Nur weil Öko und Sozial auf den Produkten steht, heißt es noch lange nicht, dass das auch der Wahrheit entspricht.

Der Verbrauch der weltweiten Rohstoffe ist weiterhin alarmierend hoch. In der Folge verschwinden Wälder und Arten und die gefährlichen Emissionen steigen immer weiter. Greenwashing verschärft das Problem sogar noch, da sich Unternehmen dadurch der Kritik entziehen und Verbraucher noch schwieriger aufgeklärt werden können.

Grüner wird’s nicht (2020)

Der Klimawandel ist leider keine Illusion und wird mit jedem Jahr deutlicher. Dabei wird er oft als ein Problem der Generationen bezeichnet, doch die Wahrheit ist, dass es schon immer auch Menschen waren, die darunter gelitten haben und nicht nur die Natur alleine. Die Klimafrage geht einher mit der Frage nach der globalen Gerechtigkeit. Das zeigt Kathrin Hartmann in ihrem Buch “Grüner wird´s nicht: Warum wir mit der ökologischen Krise völlig falsch umgehen” auf. Einmal mehr wird das Greenwashing aufgedeckt und kritisiert. Es wird klar aufgezeigt, wo die Schwachstellen in den aktuellen Debatten um Arten- und Klimaschutz liegen.

Mein grüner Hund (2022)

In dem 2022 veröffentlichten Buch “Mein grüner Hund: Plädoyer für ein faires Leben mit unseren Vierbeinern” wird der Blick auf Hunde gerichtet, die nach wie vor zu den beliebtesten Begleitern des Menschen zählen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, wie man ökologisch verantwortlich mit einem Hund leben kann, der ja viel Fleisch benötigt. Hartmann zeigt aber auf, dass eine fleischlose Ernährung für Hunde möglich und auch gesund sein kann. Darüber hinaus werden aber andere Fragen behandelt, die näher darauf eingehen, was Hunde in der Gesellschaft überhaupt bedeuten und warum es diese besondere Verbindung gibt.

Öl ins Feuer (2024)

Zwar gibt es mittlerweile eine offizielle Klimapolitik, doch verfehlt diese meist ihre Ziele und kann die Krise sogar noch verschärfen. Das zeigt Hartmann in ihrem Buch “Öl ins Feuer: Wie verfehlte Klimapolitik die globale Krise vorantreibt” auf, das 2024 auf den Markt kam.

Der Titel kann dabei wörtlich genommen werden, denn viele klimapolitische Ideen verschlimmern die Probleme nur. Scheinlösungen sorgen zwar kurzfristig für Ruhe, haben aber mit einem nachhaltigen Wandel nicht viel zu tun. Die Analyse zeigt auf, dass die Bemühungen und Versprechen immer noch zu wenig sind, um wirklich die notwendigen Änderungen herbeizuführen.

Die Welt gewinnen (2025)

Mit ihrem Buch “Die Welt gewinnen. Mutig statt machtlos. Wie Menschen weltweit etwas bewirken, und was wir von ihnen lernen können” schaut Hartmann in eine andere Richtung. Dieses Mal geht es im Fokus nicht um Politik und Konzerne, sondern um Menschen, die es geschafft haben, sich gegen entsprechende Goliaths aufzulehnen. Der Einzelne kann eben doch etwas bewirken. Es werden verschiedene Personen und Geschichten vorgestellt, die inspirierend wirken und klar aufzeigen, dass es sich lohnt, mit Mut der Ohnmacht zu begegnen. Auch Rückschläge gehören dazu, doch der Weg lohnt sich, um am Ende etwas bewegen zu können.

Die Webseite der Autorin

Die Webseite der Autorin Viele Jahre hat Kathrin Hartmann auch eine eigene Webseite mit Blog geführt, die nach ihrem ersten Buch benannt wurde. “Ende der Märchenstunde” war eine Seite, auf der sich die Journalistin und Autorin direkt an die Leser wenden konnte. Dort wurde nicht nur die Autorin selbst vorgestellt, es gab auch Termine von Lesungen zu finden, interessante Links, Interviews und Rezensionen. Zudem gibt es eine Übersicht der filmischen Aktivitäten zu sehen.Auf der Seite konnte man sich auch mehr über ihre journalistische Arbeit informieren. Viele Themen wurden hier immer wieder angesprochen, ob Ernährung, erneuerbare Energien, grünes Wachstum, Palmöl, Gentechnik, Landwirtschaft, Textilindustrie oder auch Konzerte und Konsum.

Fazit zu Portrait von Kathrin Hartmann

Fazit zu Portrait von Kathrin Hartmann Seit bald zwei Jahrzehnten verkörpert Kathrin Hartmann einen investigativen Journalismus, der sich immer wieder mit den Themen unserer Zeit auseinandersetzt. Es geht um Greenwashing und soziale Ungerechtigkeit. Sie zeigt auf, dass Konzerne und Politik immer wieder versuchen, mit scheinbaren Lösungen die Probleme verschwinden zu lassen. Doch ernsthafter Wandel ist selten möglich, da es am Ende doch nur um das Geld geht. Der rote Faden ihrer veröffentlichten Bücher ist die Aufklärung. Mittlerweile sind Klima- und Artenschutz längst selbst zu Produkten geworden, was einen Wandel umso schwieriger macht. Allerdings zeigt Hartmann auch immer wieder auf, dass es Lösungen gibt und auch jeder Einzelne seinen Teil dazu beitragen kann.