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Nicht vergessen! 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Die meisten Menschen werden den Ortsnamen Auschwitz bereits gehört haben, wenn sie womöglich auch nicht auf einer Karte zeigen könnten, wo sich dieser Ort genau befindet. Eigentlich heißt die Stadt Oświęcim und liegt im Süden von Polen, rund 50 Kilometer von den Grenzen zu Tschechien und der Slowakei entfernt. Doch als Sinnbild der Verbrechen der Nationalsozialisten ist Auschwitz überall in Europa gewesen. Schon nach 1940 gab es mehr als 1000 Konzentrationslager, doch Auschwitz ist eines der bekanntesten und gehört seit 1979 zum UNESCO Welterbe.

Der 27. Januar markiert einen wichtigen Wendepunkt, denn genau heute, vor 75 Jahren, wurde das Konzentrationslager Auschwitz befreit. Es ist daher nicht nur Zeit für einen Rückblick, sondern für eine Ermahnung zum Gedenken. “Nicht vergessen” ist der Imperativ der Stunde, um die Gleichgültigkeit zu verhindern. Mehr zum 75. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag

Mehr als eine Million Menschen starben im Konzentrationslager Auschwitz. Sie wurden im Rahmen der Endlösung der Nationalsozialisten umgebracht. Der Tag der Befreiung des Lagers fiel auf den 27. Januar 1945, womit heute der 75. Jahrestag ansteht. Unter anderem in Berlin wurde den Opfern dieser Zeit gedacht.

An mehreren Orten in der Hauptstadt fanden Gedenkzeromonien statt, unter anderem am Holocaust-Mahnmal, dem Denkmal für verfolgte Homosexuelle, dem Denkmal für Sinti und Roma sowie am Gedenkort für “Euthanasie”-Opfer. Auch in Auschwitz selbst gab es eine Gedenkfeier, an der Überlebende aus rund 60 Ländern teilnahmen. Bundesweit findet eine Beleuchtungsaktion der Kampagne #lichtergegendunkelheit statt.

Der Gleichgültigkeit begegnen

Nicht zu vergessen, ist mehr als nur der Wunsch nach einem tiefgreifenden Geschichtsverständnis. Es ist ein moralischer Imperativ, der sich gegen die Gleichgültigkeit und Abstraktion wendet. Bischof Stäblein betonte in seiner Rede, dass man sich der Gefahr bewusst sein muss, wenn persönliche Schicksale einfach nur in Zahlen summiert werden. Jede einzelne Zahl stellt ein Opfer und damit ein Mensch dar, der Name, Gesicht und Biografie besaß. Zu erinnern bedeutet in erster Linie, sich an die Menschen zu erinnern, die damals lebten und sich nicht von den heutigen Menschen unterschieden haben, die ihren Weg im Leben und nach dem Glück suchen. Das an den Einzelnen erinnern, ist das Erkennen von uns selbst im “Anderen”.

Der Gleichgültigkeit begegnen

Wer das Übel in der Welt mit reiner Boshaftigkeit gleichsetzt, begeht einen schweren Fehler. Denn viel schwerer wiegt der Einfluss der Gleichgültigkeit, der überhaupt erst zulässt, dass hasserfüllte Handlungen geschehen können. Das Wegsehen vor über 75 Jahren steht unabänderlich in der Geschichte festgeschrieben, doch die Abkehr von den daraus gewonnenen Erkenntnissen ist ein Fehler, der vielleicht in seiner Eigenart noch nachdrücklicher verhindert werden muss. Heute ist die Zeit, in der auch im Hinblick auf die bekannte Geschichte genauer hingeschaut werden muss. Stille ist die Zustimmung für die Täter, die damit keinen Widerstand zu fürchten haben. Alltagsrassismus, Entmenschlichung in der Sprache und Ausgrenzung sind Warnsignale, die nicht überhört werden dürfen.

Verantwortung für die Zukunft übernehmen

Geschichte ist kein Prozess, der sich einfach wiederholt. 2020 ist nicht 1933, doch es gibt Mechanismen und Strömungen, die sich ähneln. Fortschritt ist in erster Linie keine Frage von Technologie, sondern von Wissen, das auf Basis der Vergangenheit angewendet wird, sodass Fehler nicht wiederholt werden müssen. Wir wissen heute darum, wie eine zivilisierte Gesellschaft in die Barbarei abrutschen kann. Umso wichtiger ist es, dass man Verantwortung übernimmt. Nicht für die Taten der Vergangenheit, sondern für die Gegenwart und die Handlungsmöglichkeiten, die man heute hat. Propaganda, Mitläufertum und Angst finden sich auch heute. Jeder Mensch ist dazu aufgerufen, sich entsprechend zivilisiert und mit klarer Stimme dagegen zu positionieren.

Die Historie von Auschwitz

Auschwitz wird oft als Kainsmal bezeichnet, als ein Zeichen für die Schuld und die historische Verantwortung, die Deutschland trägt. Egal, wie man dazu im Detail steht, wäre es töricht, die falschen Lehren aus Auschwitz zu ziehen. Das gelingt nur, wenn man sich vor Augen führt, was damals tatsächlich geschehen ist. Wenn vom Konzentrationslager Auschwitz die Rede ist, dann ist damit ein großer Komplex gemeint, der aus mehreren Lagern bestand. Es gab drei Hauptlager in Auschwitz, Birkenau und Monowitz. Es war der größte Lagerkomplex dieser Art, der zwischen 1940 und 1945 betrieben wurde. Hier wurden Menschen nicht nur gefangen gehalten, sondern auch systematisch und industriell ermordet. Man geht von 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen aus, die hier ihr Leben lassen mussten.

Die Historie von Auschwitz

Das Stammlager diente hauptsächlich als Verwaltungszentrum, allerdings gab es hier auch ein Lagergefängnis mit Stehbunkern und der sogenannten “Schwarzen Wand”, die für Erschießungen genutzt wurde. Das Lager bei Birkenau entstand auf dem Gelände des zuvor abgerissenen Ortes Brzezinka. Hier fand der größte Teil der industriellen Vernichtung von Menschen in großen Gaskammern und Krematorien statt. Im Lager Monowitz wurde hauptsächlich Zwangsarbeit verrichtet. Wer nicht mehr arbeiten konnte, wurde nach Birkenau geschickt. Daneben gab es 47 weitere Nebenlager, die unter anderem der Landwirtschaft oder dem Bergbau dienten. Die Lage des Ortes erleichterte die Deportation aus ganz Europa. Einige Szenen in dem Film Schindlers Liste zeigen verschiedene Handlungen und Abläufe in dem Konzentrationslager von Auschwitz.

Die Befreiung durch die Rote Armee

Auch wenn am 27. Januar 1945 die Befreiung des Konzentrationslagers stattfand, konnten nur wenige Menschen gerettet werden. Zumindest im Vergleich mit den Todeszahlen. Rund 90 % der Opfer waren Juden, dazu kamen ungefähr 20.000 Sinti und Roma, die ebenfalls Opfer des Völkermordes wurden. Viele Menschen starben durch den Einsatz von Zyklon B in den Gaskammern. Noch zehn Tage vor der Befreiung wurden rund 56.000 Häftlinge dazu gezwungen, das Lager zu verlassen. Sie wurden zu anderen Lagern gebracht oder mussten Todesmärsche antreten. Die eintreffende Rote Armee konnte etwa 9.000 Häftlinge befreien, von denen aber nicht alle überleben konnten.

Fazit zum 75. Jahrestag der Auschwitz Befreiung

Fazit zum 75. Jahrestag der Auschwitz Befreiung Der 27. Januar ist heute der offizielle internationale Holocaust-Gedenktag. Auschwitz steht oft stellvertretend für die Verbrechen, die von den Nationalsozialisten begangen wurden. Konzentrationslager gab es in ganz Europa, von Frankreich bis Russland. Man geht insgesamt von sechs Millionen Menschen aus, die insgesamt in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern starben. 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz ist es umso dringender, angesichts der politischen Unruhen und der Spaltung in der Gesellschaft an diese Ereignisse von damals zu erinnern, die letztendlich zum Unglück aller Menschen geführt haben. Nicht vergessen! Das gilt sowohl für heute als auch für jeden anderen Tag, an dem das Wissen der Vergangenheit zur Stimme von heute werden muss.

Niklas Reuter

Ich bin Redakteur für Sport, Film und Auto, weil mich Bewegung, Bilder und Maschinen gleichermaßen faszinieren. Sport prägt meine Denkweise, bringt Struktur und zeigt, was möglich ist, wenn man sich bewegt. Filme betrachte ich als kreative Aussagen mit Haltung, nicht nur als Unterhaltung. Autos interessieren mich bis ins Detail, von der Linienführung bis zur Technik unter der Haube. Ich habe Sportwissenschaften in Köln studiert und später meine Leidenschaft fürs Schreiben in den Mittelpunkt gestellt. Bei Die Mark Online verbinde ich körperliche Leistung, kulturelle Themen und technische Entwicklungen mit Neugier und Genauigkeit. Ob Streamingtrend, Trainingsmethode, Gaming oder Mobilität, ich analysiere, vergleiche und frage, was Menschen begeistert. Mein Alltag bewegt sich zwischen Gym, Konsole und Leinwand, denn diese Kombination motiviert mich täglich.

"Filme, Fitness und vier Räder – das ist meine Kombi." Niklas Reuter

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