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KulturVeranstaltungen

Paul Gerhardt: Gedenkjahr beginnt zum 350. Todestag

Am 27. Mai 2026 jährt sich der 350. Todestag von Paul Gerhardt. Vor allem Protestanten und Katholiken dürfte der Name bekannt sein, da es sich um einen der wichtigsten Dichter von Kirchenliedern handelt. Es gibt zahlreiche Gebäude und Denkmäler, die seinen Namen tragen. Und es hat auch schon das ein oder andere Gedenkjahr gegeben, unter anderem 1957 – zu seinem 350. Geburtstag. 69 Jahre später ist es an der Zeit, anlässlich des 350. Todestages von Gerhardt, einmal mehr auf das Leben und Werk dieses Mannes zu schauen, der sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Seine Lieder markieren einen Wandel in der kirchlichen Liedertradition, die mit ihm persönlicher geworden ist. Entsprechend beliebt sind die Stücke auch heute noch. Mehr zu Paul Gerhardt und den Veranstaltungen im Gedenkjahr gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Das Gedenkjahr 2026

Überall auf der Welt singen Christen auch heute noch seine Lieder, die mit ihrer Frömmigkeit und persönlichen Seite zu Herzen gehen. Paul Gerhardt, der 1607 zur Welt kam, schaffte es, einen Bogen von der evangelischen Theologie des Martin Luther zur Dichtkunst des Barocks zu spannen. Sein Werk ist von persönlichen Schicksalen geprägt, wirkt aber umso tiefer als das vormals objektive Liedgut der damaligen Kirche. Die Werke werden sowohl von Protestanten als auch von Katholiken geschätzt, was das Gedenkjahr ökumenisch werden lässt. Anlässlich des 350. Todestages von Gerhardt, der am 27. Mai ansteht, finden bundesweit Veranstaltungen und Feierlichkeiten statt.

In seinem Sterbeort Lübben im Spreewald gibt es zentrale Feierlichkeiten. Dazu gehört eine Festwoche, außerdem ein Gottesdienst mit der ARD und dem RBB. Für dieses Jahr wurde außerdem der Paul-Gerhardt-Preis 2026 ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um einen Melodienwettbewerb. Die entsprechende Preisverleihung für die neuen Vertonungen wird an seinem Todestag stattfinden. Dafür wird es in die Berliner Nikolaikirche gehen. Der Preis steht unter der Schirmherrschaft von Margot Käßmann. Bereits im Januar wird das Buch “50 Blicke auf Paul Gerhardt” von Claudia Wasow-Kania erscheinen. In Erlangen wird es im Juni eine wissenschaftliche Tagung geben, bei der es um “Paul Gerhardt als Lyriker” gehen wird.

Das Leben von Paul Gerhardt

Wer war Paul Gerhardt? Er ist bekannt als Theologe und Dichter von Kirchenliedern, die sich auch heute noch weltweit großer Beliebtheit erfreuen. Zahlreiche Denkmäler wurden für ihn errichtet, unter anderem in Berlin, Wittenberg und Lübben. Auch Krankenhäuser, Straßen, Schulen und sogar Asteroiden tragen seinen Namen. Er kam am 12. oder 22. März 1607 in Gräfenhainichen zur Welt und starb im Alter von 69 Jahren im Jahr 1676 in Lübben. Als Todesdatum wird der 27. Mai angenommen, wobei es darüber keine einhundertprozentige Sicherheit gibt und auch der 6. Juni in Frage kommt. Er gilt als einer der bedeutendsten Kirchenlieddichter.

Als junger Mann noch erlebte Gerhardt den Dreißigjährigen Krieg, wozu neben Zerstörung und Hunger auch die Pest dazukam. Schon früh verlor er beide Eltern und begann kurz danach seine Ausbildung an der Fürstenschule St. Augustin. Er wurde in Poetik, Rhetorik und Musik geschult und begann ab 1628 mit seinem Studium der Philosophie und Theologie an der Universität Wittenberg, die auch schon Martin Luther besucht hatte. Später zog es ihn nach Berlin, wo er unter anderem als Diakon an der Nikolaikirche arbeitete. Im Jahr 1668 starb seine Frau. Danach ging Gerhardt nach Lübben, wo er als Archidiakon wirkte und schließlich im Alter von 69 Jahren starb.

Kirchenlieder singen

Persönliche Note: Lieder von Paul Gerhardt

Insgesamt schuf Gerhardt 15 lateinische und 139 deutsche Texte, die sich in erster Linie mit christlichen Themen beschäftigten. Dazu gehören christliche Feste wie Ostern und Weihnachten, aber auch die Passionsgeschichte und das Thema Advent. Auch schuf er Werke zu Naturthemen und schrieb Trostlieder nach dem Krieg. Seine Werke wurden unter anderem von Johann Georg Ebeling und Johann Sebastian Bach vertont. Das berühmteste Werk in dieser Form dürfte daher die Matthäus-Passion sein, in die verschiedene Lieder eingeflossen sind.

Seine Werke zeichnen sich durch eine hohe Bildhaftigkeit aus und sprechen sehr direkt die Gefühle an. Das liegt daran, dass er das fromme Ich stärker in den Mittelpunkt seiner Lieder rückte und damit die starre objektive Form von Kirchenliedern aufbrach. Bekannte Lieder aus seiner Feder sind “Wie soll ich dich empfangen”, “Ich steh an deiner Krippen hier”, “Geh aus, mein Herz, und suche Freud”, “O Haupt voll Blut und Wunden”, “Befiehl du deine Wege” und “Nun ruhen alle Wälder”. Auch heute noch werden seine Texte neu vertont.

Fazit zum 350. Todestag und dem Paul Gerhardt Gedenkjahr

Fazit Paul Gerhardt gilt als ein Ausnahmedichter, der in hohem Maße die Tradition der Kirchenlieder beeinflusst hat. Seine Texte sind geprägt von einer persönlichen Sicht auf den Glauben, von der sich auch heute noch viele Menschen auf der ganzen Welt angesprochen fühlen. Persönliche Schicksalsschläge haben sein Leben und sein Werk beeinflusst.

In diesem Jahr steht der 350. Todestag des Dichters an, was mit einem Paul Gerhardt Gedenkjahr gefeiert wird. Bundesweit stehen zahlreiche Veranstaltungen an, um ihn und seine Musik in den Fokus zu nehmen. Zudem wurde ein Melodienwettbewerb eingerichtet, dessen Gewinner sich über den Paul-Gerhardt-Preis freuen darf. Auch heute noch spenden Gerhardts Lieder Freude und Trost.

Karl-Heinz Merten

Ich bin Kolumnist und Autor für Finanzen, Wirtschaft, Wissen und schreibe mit Haltung, aber ohne Scheuklappen. Kolumnen sind für mich kein Ort für Parolen, sondern für Perspektiven mit Tiefe. Geschichte verstehe ich nicht als staubige Erinnerung, sondern als lebendigen Rahmen unserer Gegenwart. Politik interessiert mich dort, wo sie den Alltag der Menschen berührt. Mein journalistischer Weg begann in einer kleinen Lokalredaktion und führte mich über Stationen in Bonn und Hamburg schließlich nach Berlin. Nach dem Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Köln sowie einer Ausbildung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe ich mich kontinuierlich weitergebildet, unter anderem in politischer Kommunikation, Medienethik und wirtschaftlichem Fachjournalismus. Besonders faszinieren mich die Schnittstellen von Politik, Wirtschaft und gesellschaftlicher Entwicklung. Ich schreibe nicht, um zu gefallen, sondern um Orientierung zu geben, gedruckt und digital. Bei Die Mark Online greife ich regelmäßig aktuelle Themen auf, die nach Einordnung verlangen.

"Journalismus heißt für mich: zuhören, verstehen, einordnen – nicht nachplappern." Karl-Heinz Merten

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