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RadAR+ – technische Assistenz in den Alltag bringen

Ein wichtiger Aspekt von Freiheit besteht in der freien Bewegung, die letztendlich von der Mobilität abhängt. Die Welt ist komplexer geworden, ebenso die Mobilität, die heute vielfältig ist, aber gerade für Menschen mit Einschränkungen schwierig sein kann. Technologie hat ihre Schattenseiten, wenn Menschen nicht mehr mithalten können. Doch genau an dieser Stelle kann Technologie auch helfen und Nachteile ins Gegenteil verkehren.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Projekt RadAR+, bei dem es sich um ein Reiseassistenzsystem handelt. Mit Hilfe von Augmented Reality können ältere Menschen und Personen mit physischen oder kognitiven Herausforderungen eine Hilfe an die Hand bekommen, die explizit auf Reisen helfen kann. Das Projekt läuft seit 2016 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Mehr zu diesem spannenden Ansatz gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Das Projekt RadAR+

Hinter dem erinnerungswürdigen Namen des Projekts verbirgt sich ein Reiseassistenzsystem für dynamische Umgebungen auf Basis von Augmented Reality. Die Idee besteht darin, dass Menschen mit Einschränkungen eine praktische Hilfe für die alltägliche Mobilität erhalten. Vor allem wird der Blick aber auch auf die Art zu Reisen geworfen. Ältere Menschen und Personen mit kognitiven und physischen Herausforderungen haben es oft nicht leicht, da Reisen in komplexe und unbekannte Umgebungen für verschiedene Probleme sorgen können. RadAR+ ist dabei als ein persönlicher Mobilitätsagent zu verstehen, der auch lernen und sich den individuellen Bedürfnissen anpassen kann. Wichtig ist dabei der Datenschutz, denn alle sensiblen Daten der Nutzer und gelernte Bewegungsmuster werden nur auf dem Endgerät gespeichert.

Benutzer können ihre eigenen Vorlieben mit einfließen lassen, beispielsweise Treppen vor Aufzügen zu bevorzugen. Als Technik soll bei RadAR+ Augmented Reality zum Zug kommen, sodass Informationen direkt über Datenbrillen eingeblendet werden, die somit unmittelbar im Sichtfeld der Nutzer zu finden sind. Durch eine clevere Sprachsteuerung können Befehle ohne Hände gegeben werden, was beim Reisen mit Gepäck umso wichtiger wird. Dabei sollen alle Wege mit einfließen, ob nun Reisen per Zug und Bus oder innerhalb von Bahnhöfen und Flughäfen. Die gelieferten Informationen sollen aber nur dann eingeblendet werden, wenn sie auch wirklich für die Reise relevant sind.

Das Konsortium dahinter

Ein solches Projekt wie RadAR+ muss von mehreren Schultern gestemmt werden. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ist eine Förderung von 4,3 Millionen Euro über vier Jahre vorgesehen. Außerdem gibt es verschiedene Unternehmen und Institute, die ein interdisziplinäres Netzwerk bilden, um die Projektidee Realität werden zu lassen. Mit dabei ist das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik, das die Leitung übernommen hat. Außerdem die Universität Kassel, die an der Mensch-Maschine-Interaktion arbeitet. HaCon übernimmt die Fahrplandaten, Ubimax die AR-Software und voice INTER connect die Sprachsteuerung. Um das Gerät in der Praxis zu testen, arbeitet man eng mit dem Rhein-Main-Verkehrsbund zusammen, außerdem mit Fraport vom Flughafen Frankfurt.

Was ist Augmented Reality?

In Zukunft kann Augmented Reality in vielen Lebensbereichen eingesetzt werden. Übersetzt bedeutet es so viel wie “erweiterte Realität” und beschreibt eine Technologie, bei der digitale Informationen über die reale Welt gelegt werden. Das funktioniert in der Regel über digitale Brillen (wie bei RadAR+), durch die die Umgebung gesehen werden kann, gleichzeitig aber Informationen eingeblendet werden können.

Was ist Augmented Reality?

Solche Brillen sind mit Kameras ausgestattet, um die reale Umgebung zu erfassen. Mit Sensoren und leistungsstarken Prozessoren werden die Räume gescannt und digital erfasst. Über einen Bildschirm, der auch auf dem Smartphone sein kann, werden Grafiken und Infos eingeblendet.

Technik und KI im Alltag

Technologie für den Alltag zu nutzen, um dort zu helfen, wo Menschen mit Hürden zu kämpfen haben, ist keine neue Idee. Doch in den letzten Jahren gab es große Sprünge. Nicht zuletzt durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sind neue Möglichkeiten zu erwarten, wie es Menschen mit Beeinträchtigungen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen einfacher haben können. Die große Stärke von KI liegt in ihrer Lernfähigkeit, sodass sie sich neuen Herausforderungen anpassen kann. Gibt es Hindernisse oder Überlastungen, können proaktiv barrierefreie Alternativen vorgeschlagen werden. Gerade in stressigen Situationen kann sie auch beim Filtern von Informationen helfen, sodass man unterwegs nicht die Übersicht verliert.

Seit Jahren galt, dass es digitale Kompetenzen braucht, um in der Welt der Computer und Smartphones mithalten zu können. Mittlerweile ist die Bedienung solcher Geräte aber enorm einfach, sodass auch Menschen höheren Alters und mit Unsicherheiten damit umgehen können. Technik baut also Hürden ab, was durch KI verstärkt wird. Dabei kann Künstliche Intelligenz nicht nur auf Reisen helfen, sondern auch im eigenen Haushalt. Smart Home Systeme können bei gesundheitlichen Routinen helfen, um beispielsweise an Trinken oder Medikamente zu erinnern. KI passt sich dem Nutzer an, was die Erfahrung intuitiver und menschlicher macht.

Fazit zur technischen Assistenz RadAR+

Fazit zur technischen Assistenz RadAR+ Eindrucksvoll zeigt das Forschungsprojekt RadAR+, was technisch möglich ist und wie Technologie zum Vorteil der Menschen genutzt werden kann. Soziale Teilhabe und individuelle Freiheit entstehen auch durch Mobilität, wobei dieses Projekt helfen kann. Durch Augmented Reality wird die Umgebung erfasst und es werden wichtige Informationen geliefert, sodass eine ganz andere Form der Barrierefreiheit entsteht. So können ältere Menschen oder Personen mit sonstigen Beeinträchtigungen ihre eigenen Mobilitätsagenten haben, die im Alltag und auf Reisen helfen können. Bei dem Projekt wird großer Wert auf Datenschutz gelegt, sodass die erfassten Informationen einzig auf den Endgeräten selbst gespeichert werden.