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Leitfaden: Kultur und Kreativität für Brandenburgs Innenstädte

Die Innenstädte in Brandenburg stehen vor großen Herausforderungen. Der Strukturwandel des Einzelhandels und die veränderten Konsumgewohnheiten führen zu immer mehr Leerständen, die nicht nur ästhetisch ein Problem für die Kommunen sind, sondern auch wirtschaftlich. Es hat viele Versuche gegeben, etwas dagegen zu unternehmen, doch in vielen Fällen fehlt es am Geld und den Strukturen. Jetzt aber soll es über einen anderen Weg gehen, wobei Kultur und Kreativität im Vordergrund stehen.

Dafür wurde seit 2023 in einem Werkstattprozess ein Leitfaden erarbeitet, hinter dem die drei Ministerien für Wirtschaft, Infrastruktur und Kultur stehen. Die Idee dahinter: Leerstände in den Innenstädten sollen gezielt durch Projekte der Kultur- und Kreativwirtschaft belebt werden. Dadurch können Leerstände abgebaut werden und die Zentren der Orte wieder zu lebendigen Begegnungsstätten werden. Mehr zu diesem Leitfaden für Brandenburg gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Kultur und Kreativwirtschaft für die Städte

Wenn nach Lösungen für Leerstände gesucht wird, dann meist mit dem Fokus auf Geschäften und Dienstleistern, die allerdings auch erst einmal gefunden werden müssen. In wirtschaftlich angeschlagenen Regionen ist das enorm schwierig und je ausgestorbener eine Innenstadt ist, desto umfangreicher wird diese Aufgabe. In den letzten Jahren hat sich allerdings ein anderer Ansatz gefunden, der jetzt für die Innenstädte von Brandenburg als Leitfaden genauer ausgearbeitet wurde. Die grundlegende Idee besteht darin, dass Kultur und Kreativwirtschaft in den Blick rücken, um die Innenstädte zu beleben. Sie können als Wirtschaftsmotoren und Frequenzbringer wirken, sodass wieder Leben in die Innenstädte einkehrt.

Kulturangebote sorgen für Umsätze, auch im Umfeld der Veranstaltungen. Wenn beispielsweise Künstler auftreten, sorgt das auch für Einnahmen in der Gastronomie, für Hotels und im Handel. Gleichzeitig kann die Kreativwirtschaft für Orte sorgen, die die Identität und den Zusammenhalt stärken. Es geht um nachhaltige Stadtentwicklungen, die angesichts der Herausforderungen eine Zukunft haben. Dabei geht es auch um ein Miteinander von Bürgern, der Verwaltung und den Besitzern der Immobilien. Die Aufgabe der Kommunen besteht darin, nicht nur zu verwalten, sondern auch Angebote zu moderieren und Vertrauen aufzubauen. Es müssen Anlaufstellen geschaffen werden, damit Politik und Kulturschaffende zusammenkommen können.

Schritt für Schritt zur Erneuerung

Schritt für Schritt zur Erneuerung Der jetzt vorgelegte Leitfaden für Brandenburg wurde in Zusammenarbeit der Ministerien für Infrastruktur, Kultur und Wirtschaft erstellt. Er dient als Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Kommunalpolitik- und Verwaltung, ebenso aber für die Kultur- und Kreativschaffenden sowie die Immobilieneigentümer. Leerstände sollen nicht länger als ein Problem angesehen werden, sondern als eine wertvolle Ressource, die Platz für Innovationen lässt. Möglich sind beispielsweise Co-Working-Spaces, Pop-up-Kultur, Galerien und noch viele andere Ideen. Sie fördern die Interaktion der Bürger, beleben die Innenstädte und sorgen für ein positives Klima. Mit den vorhandenen Planungsinstrumenten und der Städtebauförderung sollen zudem die Zentren als Wohn- und Arbeitsorte attraktiv gehalten werden.

Fazit zum Kultur und Kreativität Leitfaden

Fazit zum Kultur und Kreativität Leitfaden Es ist keine leichte Aufgabe, gegen Leerstände vorzugehen. Es ist nicht einfach damit getan, auf Dienstleister und Unternehmen zu hoffen, die Geschäfte eröffnen. Noch dazu in Umgebungen, die ohnehin schon wirtschaftlich schwach sind. Innenstädte müssen als ein gesamter Raum gedacht werden. Ihre Attraktivität hängt auch maßgeblich vom Kulturangebot ab. Der für Brandenburg erarbeitete Leitfaden zur Belebung der Innenstädte setzt genau da an und will Politik und Kreativwirtschaft zusammenbringen. So können Innenstädte belebt und das soziale Miteinander gefördert werden. Der Leitfaden ist öffentlich einsehbar und kann als eine Anleitung angesehen werden, die Stück für Stück durchgeführt werden kann.

Karl-Heinz Merten

Ich bin Kolumnist und Autor für Finanzen, Wirtschaft, Wissen und schreibe mit Haltung, aber ohne Scheuklappen. Kolumnen sind für mich kein Ort für Parolen, sondern für Perspektiven mit Tiefe. Geschichte verstehe ich nicht als staubige Erinnerung, sondern als lebendigen Rahmen unserer Gegenwart. Politik interessiert mich dort, wo sie den Alltag der Menschen berührt. Mein journalistischer Weg begann in einer kleinen Lokalredaktion und führte mich über Stationen in Bonn und Hamburg schließlich nach Berlin. Nach dem Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Köln sowie einer Ausbildung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe ich mich kontinuierlich weitergebildet, unter anderem in politischer Kommunikation, Medienethik und wirtschaftlichem Fachjournalismus. Besonders faszinieren mich die Schnittstellen von Politik, Wirtschaft und gesellschaftlicher Entwicklung. Ich schreibe nicht, um zu gefallen, sondern um Orientierung zu geben, gedruckt und digital. Bei Die Mark Online greife ich regelmäßig aktuelle Themen auf, die nach Einordnung verlangen.

"Journalismus heißt für mich: zuhören, verstehen, einordnen – nicht nachplappern." Karl-Heinz Merten

Karl-Heinz Merten