Die Mark Online | das Magazin mit Ratgebern, News und mehr

Auto

Autopflege im Winter: Unterboden, Scheiben, Gummi

Die kalte Jahreszeit fordert jedes Fahrzeug besonders. Streusalz, Frost und dauerhafte Feuchtigkeit greifen viele Bauteile an. Schnee und Eis sieht man auf der Straße sofort. Aggressive Salze und Temperaturschwankungen wirken dagegen oft unbemerkt auf Karosserie, Lack und empfindliche Teile. Zusammen beschleunigen Kälte und Chemie die Korrosion deutlich. Langfristig drohen dadurch teure Schäden. Eine frühzeitige Autopflege im Winter beugt genau dem vor.

Drei Bereiche verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit. Zunächst der Unterboden, denn an beschädigten Schutzschichten kann dort Rost entstehen. Außerdem zählen die Scheiben als sicherheitsrelevante Sichtflächen dazu. Schließlich schützen die Gummidichtungen vor eindringender Nässe. Eine konsequente Pflege dieser Teile erhält den Wert des Autos über Jahre und sorgt außerdem für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Die richtige Vorsorge erspart also teure Reparaturen. Sie verhindert zugleich Ausfälle in der dunklen Jahreszeit, wenn Mobilität besonders zählt.

Der Unterbodenschutz gegen Korrosion und Streusalz

Der Fahrzeugunterboden ist ständig Steinen, Schmutz und Nässe ausgesetzt. Im Winter kommt das Streusalz als besonders aggressiver Faktor hinzu. Es dringt in kleinste Risse und Spalten ein. Dort löst es zusammen mit Feuchtigkeit elektrochemische Reaktionen aus und lässt Rost entstehen. Besonders gefährdet sind Längsträger, Radkästen und Schweißnähte, weil sich dort Salz festsetzt. Moderne Autos haben ab Werk allerdings verzinkte Bleche, eine Hohlraumversiegelung und einen Unterbodenschutz. Am Unterboden haben sie laut ADAC deshalb in der Regel keine Korrosionsprobleme. Rost droht vor allem dort, wo der Unterbodenschutz beschädigt ist. Solche Schäden fallen später bei der Hauptuntersuchung auf und können die Sicherheit gefährden.

Für die Unterbodenversiegelung gibt es mehrere Materialien. Am häufigsten kommen wachsbasierte Produkte, Kunstharze und Bitumenmischungen zum Einsatz. Wachsschichten bleiben elastisch und passen sich Temperaturschwankungen gut an. Allerdings eignen sie sich kaum für Fahrten im Gelände. Kunstharz härtet dagegen vollständig aus und schützt besser vor Steinschlag. Moderne Wachsprodukte kriechen zudem gut und erreichen auch versteckte Hohlräume. Ein festes Erneuerungsintervall gibt es nicht. Sinnvoll ist eine Kontrolle auf der Hebebühne vor und nach dem Winter, bei der Schäden am Unterbodenschutz ausgebessert werden.

Die Unterbodenwäsche als präventive Maßnahme

Eine regelmäßige Unterbodenwäsche entfernt aggressive Salzreste frühzeitig. Dadurch gelangen sie gar nicht erst tief in die Spalten. Einen festen Waschturnus braucht es dafür nicht. Im Winter wäscht man das Auto am besten regelmäßig, etwa so oft wie im Sommer. Die Unterbodenwäsche wählt man dabei regelmäßig mit. Moderne Waschanlagen bieten dafür spezielle Unterbodenprogramme mit rotierenden Düsen. Diese erreichen auch Radkästen und Achsen zuverlässig. Ohne dieses Programm bleiben genau die kritischen Zonen unbehandelt.

Bei der Wäsche sind einige Punkte wichtig. Zuerst entfernt man grobes Salz und Schneematsch mit dem Hochdruckreiniger. Dadurch zerkratzen keine Schmutzpartikel den Lack. Anschließend muss das Fahrzeug gründlich trocknen. Restwasser in Ritzen, Türschlössern oder Dichtungen gefriert sonst beim nächsten Frost. Der ADAC rät außerdem, unter minus zehn Grad Celsius auf die Wäsche zu verzichten. Das etwa 10 bis 30 Grad warme Waschwasser trifft dann nämlich auf eiskalte Fahrzeugteile. Dieser Wärmeschock belastet Lack, Gummi und Kunststoff. Vor allem vorgeschädigter oder nachlackierter Lack leidet langfristig darunter.

Scheibenfrostschutz für freie Sicht und Sicherheit

Winterscheibenreiniger sind chemisch anders aufgebaut als Sommerprodukte. Sie enthalten Alkohole wie Ethanol oder Isopropanol und senken so den Gefrierpunkt. Sommerreiniger lösen vor allem Insektenreste. Winterprodukte müssen dagegen Salzfilm, Schneematsch und gefrorenen Schmutz entfernen. Die enthaltenen Tenside bleiben dabei auch bei Minusgraden wirksam. Allerdings zeigen Tests große Qualitätsunterschiede. Gute Produkte sorgen schon nach vier bis acht Wischzyklen für ausreichend klare Sicht. Schwächere Reiniger hinterlassen dagegen selbst nach zehn Durchgängen gefährliche Schlieren.

Scheibenfrostschutz für freie Sicht und Sicherheit

Bei der Auswahl zählt zuerst der angegebene Frostschutzwert. Fertigmischungen schützen meist zwischen minus 20 und minus 30 Grad. Konzentrate sind flexibler und je nach Mischverhältnis in der Regel für minus 10 bis minus 30 Grad ausgelegt. Dafür muss man sie genau abmessen und immer mit Wasser verdünnen. Eine zu starke Mischung hinterlässt einen Schmierfilm auf der Scheibe. Im Auto-Bild-Test der Fertigmischungen vom Dezember 2025 wurde Sonax AntiFrost+KlarSicht mit der Note 1,4 Testsieger. Es überzeugte mit starker Reinigung und günstigem Preis. Empfehlenswert waren außerdem Nigrin und Liqui Moly, fünf Produkte reinigten auch nach zehn Wischzyklen unzureichend. Im Konzentrat-Test vom Dezember 2024 lag ebenfalls Sonax vorn, Aral und Liqui Moly schnitten dort gut ab.

Anwendung und häufige Fehler beim Scheibenfrostschutz

Eine saubere Befüllung beginnt mit dem Entleeren des Sommerwaschwassers. Schon kleine Reste mindern die Wirkung des Winterreinigers. Bei Konzentraten gilt das Mischverhältnis des Herstellers genau. Ein typisches Konzentrat schützt mit einem Teil Konzentrat auf zwei Teile Wasser (1:2) bis etwa minus 10 Grad. Im Verhältnis 1:1 reicht der Frostschutz bis etwa minus 20 Grad, so viel empfiehlt der ADAC. Bei strengem Frost schützt das Verhältnis 2:1 mit zwei Teilen Konzentrat bis etwa minus 30 Grad. Den Behälter füllt man außerdem nie randvoll, denn die Flüssigkeit dehnt sich bei Kälte aus.

Ein häufiger Fehler ist das Mischen von Winter- und Sommerreiniger. Dabei flocken die Tenside aus und verstopfen die feinen Düsen. Auch selbst gemischte Lösungen aus Wasser und Alkohol taugen wenig. Der Frostschutz lässt sich so kaum genau dosieren. Nach Paragraf 23 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung darf der Zustand des Fahrzeugs die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigen. Frontscheibe und Seitenscheiben müssen vollständig frei sein, die übrigen Scheiben sollten es ebenfalls sein. Ein bloßes Guckloch in der Frontscheibe reicht also nicht und kostet im Regelfall 10 Euro Verwarnungsgeld. Kommt es so zu einem Unfall, droht zudem eine Mithaftung.

Gummipflege für Türdichtungen und andere Bauteile

Gummidichtungen an Türen, Fenstern und Kofferraum halten Nässe, Wind und Kälte draußen. Bei niedrigen Temperaturen leiden sie jedoch besonders. Das Material wird spröde und verliert an Elastizität, sodass Risse entstehen. Kritisch wird es, wenn Feuchtigkeit gefriert und die Dichtung an der Karosserie festklebt. Beim gewaltsamen Öffnen reißt der Gummi dann leicht ab. Undichte Stellen lassen außerdem Wasser ins Innere. Die Folge sind beschlagene Scheiben, muffige Gerüche oder sogar Schimmel.

Gummipflege für Türdichtungen und andere Bauteile

Für die Pflege eignen sich Silikonsprays und Gummipflegestifte besonders gut. Von Hausmitteln wie Hirschtalg oder Vaseline raten die ADAC-Experten dagegen ab. Zuerst reinigt man die Dichtungen mit einem milden Mittel. Danach trägt man die Pflege dünn und in kreisenden Bewegungen auf. Nach kurzer Einwirkzeit wischt man überschüssiges Material ab. Auf den Dichtungen bleibt dann eine geschmeidige Schutzschicht zurück. Am besten pflegt man die Dichtungen vor dem ersten Frost und danach bei Bedarf, etwa nach einer gründlichen Wäsche. Nicht alle Türgummis brauchen allerdings eine spezielle Pflege.

Warum das Etablieren der regelmäßigen Pflegeroutine hilft

Eine gute Winterpflege braucht eine feste Routine für alle drei Bereiche. Den Unterboden wäscht man bei der Autowäsche regelmäßig mit. Den Unterbodenschutz lässt man vor und nach dem Winter in der Werkstatt prüfen. Den Scheibenfrostschutz füllt man am besten schon im Spätherbst ein, also vor den ersten Nachtfrösten. Den Füllstand prüft man danach alle vier Wochen. Die Gummidichtungen pflegt man vor dem ersten Frost und danach bei Bedarf.

Diese Mühe zahlt sich gleich mehrfach aus. Rostschäden am Unterboden kosten schnell mehrere hundert bis tausend Euro. Neue Türdichtungen liegen je nach Modell zwischen 50 und 250 Euro. Klare Scheiben erhöhen zudem unmittelbar die Verkehrssicherheit. Sie verhindern gefährliche Situationen bei Schneefall oder Gegenverkehr. Langfristig sichert die richtige Pflege außerdem den Wiederverkaufswert. Denn Käufer achten stark auf einen rostfreien Unterboden und intakte Dichtungen.

Fazit: So funktioniert die Autopflege im Winter richtig

Fazit zur Autopflege im Winter Die drei Kernbereiche Unterboden, Scheiben und Gummiteile bilden das Fundament jeder Winterpflege. Jeder Bereich stellt eigene Anforderungen. Der Unterbodenschutz bewahrt vor langfristiger Korrosion. Funktionierende Scheibenreiniger sorgen dagegen für sofortige Sicherheit. Gepflegte Dichtungen verhindern Feuchtigkeitsschäden im Innenraum. Die Investition wirkt zunächst aufwendig. Sie erspart aber teure Reparaturen und erhält den Fahrzeugwert über Jahre. Vorsorge ist somit deutlich günstiger als die Reparatur von Frostschäden. Eine feste Winterroutine lohnt sich daher für jeden Fahrzeughalter.

Karl-Heinz Merten

Ich bin Kolumnist und Autor für Finanzen, Wirtschaft, Wissen und schreibe mit Haltung, aber ohne Scheuklappen. Kolumnen sind für mich kein Ort für Parolen, sondern für Perspektiven mit Tiefe. Geschichte verstehe ich nicht als staubige Erinnerung, sondern als lebendigen Rahmen unserer Gegenwart. Politik interessiert mich dort, wo sie den Alltag der Menschen berührt. Mein journalistischer Weg begann in einer kleinen Lokalredaktion und führte mich über Stationen in Bonn und Hamburg schließlich nach Berlin. Nach dem Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Köln sowie einer Ausbildung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe ich mich kontinuierlich weitergebildet, unter anderem in politischer Kommunikation, Medienethik und wirtschaftlichem Fachjournalismus. Besonders faszinieren mich die Schnittstellen von Politik, Wirtschaft und gesellschaftlicher Entwicklung. Ich schreibe nicht, um zu gefallen, sondern um Orientierung zu geben, gedruckt und digital. Bei Die Mark Online greife ich regelmäßig aktuelle Themen auf, die nach Einordnung verlangen.

"Journalismus heißt für mich: zuhören, verstehen, einordnen – nicht nachplappern." Karl-Heinz Merten

Karl-Heinz Merten