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Glücksatlas 2026: Erfurt belegt den ersten Platz

Wer wissen möchte, in welchen Städten sich das Leben besonders lohnen kann, der kann einen Blick in den neuen Glücksatlas werfen, der für 2026 erstellt wurde. Natürlich kann man daraus nicht direkt ableiten, wie man eine Stadt finden würde, wenn man dort lebt, aber der Atlas gibt ungefähre Richtwerte dafür, wie zufrieden die Menschen sind. Erstellt wurde der Glücksatlas einmal mehr von der Universität Freiburg, wobei die Süddeutsche Klassenlotterie als Auftraggeber fungiert.

Mehr als 23.000 Menschen wurden für den aktuellen Atlas befragt, wobei auf Daten von drei Jahren zurückgegriffen wird, um ein möglichst repräsentatives Bild zu gewinnen. In den Blick genommen werden die 40 größten Städte von Deutschland. In diesem Jahr hat sich Erfurt an die Spitze setzen können. Aber auch andere Städte scheinen gute Voraussetzungen zu bieten. Alle Infos zum aktuellen Glücksatlas gibt es in diesem Artikel.

So entsteht der Glücksatlas

Herausgegeben wird der Glücksatlas 2026 in Zusammenarbeit der Universität Freiburg mit der Süddeutschen Klassenlotterie. Für die aktuelle Ausgabe wurden genau 23.286 Menschen im Alter zwischen 16 und 84 Jahren befragt. Das geschah zwischen Januar 2023 und April 2026, sodass die Ergebnisse möglichst repräsentativ sind. Dafür gab es mündliche und persönliche Interviews mit den Menschen. In den Blick genommen wurden die 40 größten Städte in Deutschland, die mehr als 200.000 Einwohner haben. Die Teilnehmer konnten auf einer Skala von 0 bis 10 ihre subjektive Lebenszufriedenheit angeben. Darüber hinaus gibt es aber auch einen separaten Index, in dem 30 Indikatoren als objektive Faktoren herangezogen wurden.

Die 30 Indikatoren gehören zu den Kategorien Umweltqualität, Gesundheit, Familie und Bildung, Infrastruktur, Wohlstand und Arbeitsmarkt, Demographie, Wohnen und Kriminalität. Am Ende unterteilt der Glücksatlas die Städte noch in Over- und Underperformer. Ein Overperformer ist eine Stadt, in der die Lebenszufriedenheit höher ist, als es die objektiven Maßstäbe vermuten lassen. Bei den Underperformern ist es genau andersherum, also die Lebenszufriedenheit ist niedriger als die objektiven Faktoren. Insgesamt positiv ist, dass die durchschnittliche Lebenszufriedenheit in Großstädten gestiegen ist.

Erfurt landet auf Platz 1

Die gute Nachricht ist, dass die Unzufriedenheit laut Glücksatlas insgesamt zurückgegangen ist. Entsprechend konnten einige Städte zulegen, wobei es dabei bleibt, dass vor allem große Metropolen eher weiter unten im Ranking zu finden sind. Auf dem ersten Platz landete dieses Mal Erfurt mit 7,74 Punkten. Durch 0,47 Punkte mehr als im Vorjahr konnte Erfurt fünf Plätze aufholen. Die Landeshauptstadt von Thüringen punktet mit ihrer entschleunigten Art und ihren vielen Grünflächen.

Erfurt landet auf Platz 1

Die Mieten sind hier vergleichsweise gering, die Umweltqualität ist hoch, es gibt eine gut ausgebaute Infrastruktur, nur wenige Staus auf den Straßen und noch dazu eine intakte Struktur der Gemeinschaft. Auch die Wirtschaftslage kann als leicht überdurchschnittlich bezeichnet werden. Interessant ist dabei, dass Erfurt bei den objektiven Kriterien nur auf Platz 27 landet und damit ganz deutlich ein Overperformer ist.

Die Top 10 2026

Auf Rang 2 landete Augsburg mit 7,42 Punkten, womit man sich um zwei Plätze verbessern konnte. Auch Augsburg ist ein Overperformer: Die Fuggerstadt kann dabei deutlich die anderen beiden bayerischen Städte Nürnberg und München hinter sich lassen, die nur auf Platz 35 und 24 landen. Auf Platz 3 ist ein Vertreter aus dem Westen zu finden, wobei Düsseldorf den dritten Platz verteidigen konnte. Die weiteren Städte der Top 10 sind Krefeld, Kiel, Aachen, Mönchengladbach, Oberhausen, Duisburg und Hamburg. Einige Plätze nach unten gesunken ist Kassel, das im letzten Jahr noch den ersten Platz belegte, aber jetzt auf Rang 13 zu finden ist.

Fazit zum Glücksatlas 2026

Fazit zum Glücksatlas 2026 Der Glücksatlas sagt nichts darüber aus, wie man selbst eine Stadt finden würde. Allerdings hat das Ranking durchaus eine Aussagekraft, wenn es um die Entwicklung der Städte geht, vor allem wenn man auch die Ergebnisse der letzten Jahre betrachtet. Manche Städte können seit Jahren gute Ergebnisse erzielen, andere gewinnen kontinuierlich dazu. Ganz unten schaffen es dagegen manche Städte nicht, ihre schlechten Platzierungen zu verlassen. Frankfurt am Main sank beispielsweise von 35 auf 38, während Wiesbaden und Rostock genau wie vor einem Jahr auf den Plätzen 39 und 40 landeten. Berlin schaffte es auf Platz 35. Wichtig ist auch, dass man sich die genauen Begründungen anschaut, wie diese Ergebnisse zustande gekommen sind.

Karl-Heinz Merten

Ich bin Kolumnist und Autor für Finanzen, Wirtschaft, Wissen und schreibe mit Haltung, aber ohne Scheuklappen. Kolumnen sind für mich kein Ort für Parolen, sondern für Perspektiven mit Tiefe. Geschichte verstehe ich nicht als staubige Erinnerung, sondern als lebendigen Rahmen unserer Gegenwart. Politik interessiert mich dort, wo sie den Alltag der Menschen berührt. Mein journalistischer Weg begann in einer kleinen Lokalredaktion und führte mich über Stationen in Bonn und Hamburg schließlich nach Berlin. Nach dem Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Köln sowie einer Ausbildung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe ich mich kontinuierlich weitergebildet, unter anderem in politischer Kommunikation, Medienethik und wirtschaftlichem Fachjournalismus. Besonders faszinieren mich die Schnittstellen von Politik, Wirtschaft und gesellschaftlicher Entwicklung. Ich schreibe nicht, um zu gefallen, sondern um Orientierung zu geben, gedruckt und digital. Bei Die Mark Online greife ich regelmäßig aktuelle Themen auf, die nach Einordnung verlangen.

"Journalismus heißt für mich: zuhören, verstehen, einordnen – nicht nachplappern." Karl-Heinz Merten

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