Die Mark Online | das Magazin mit Ratgebern, News und mehr

KulturKunstRegionalesVeranstaltungen

Landesausstellung in Magdeburg zum 800. Domjubiläum

Die Gotik wird als eine Epoche der Kunst und Architektur verstanden, die ihre Ursprünge im 12. Jahrhundert hat. Umso bedeutender ist der Magdeburger Dom, der als erste vollständige gotische Kathedrale auf deutschem Boden gilt. 1209 begann der Bau an der Stelle, an dem zuvor bereits eine Kathedrale stand, die allerdings in großen Teilen 1207 in einem Feuer zerstört wurde. Der neue Dom sollte den alten noch übertrumpfen und gilt als wichtige politische Botschaft. 800 Jahre nach dem Beginn des Baus wird in diesem Jahr das 800. Domjubiläum gefeiert.

Zu diesem Anlass gibt es im Kulturhistorischen Museum Magdeburg die Landesausstellung „Aufbruch in die Gotik – Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit“, die Ende August beginnt und bis Anfang Dezember laufen wird. Sie wird verschiedene Aspekte des Doms und dessen Bedeutung in den Blick nehmen. Außerdem gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Die wichtigsten Informationen zur Landesausstellung in Sachsen-Anhalt gibt es in diesem Artikel.

Ausstellung zum 800. Domjubiläum

Mit der Gotik wird eine Epoche beschrieben, die hauptsächlich für Kunst und Architektur gilt. Sie kommt nach der Romanik und vor der Renaissance. Die Stilrichtung ist unter anderem an ihren Spitzbögen erkennbar und hat ihre Ursprünge in Frankreich. Tatsächlich wurde der Begriff zunächst in Anlehnung an den germanischen Stamm der Goten als Beleidigung benutzt, da der Stil sich von der Antike abhebt, die für viele das Maß der Dinge war. Wer in Deutschland im großen Stil die Wurzeln der Gotik entdecken möchte, sollte Magdeburg in den Blick nehmen. Der Magdeburger Dom feiert aktuell sein 800. Jubiläum und gilt als erster großer Sakralbau der Gotik auf deutschem Boden.

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg bietet vom 31. August bis zum 6. Dezember 2009 die Landesausstellung zum 800. Domjubiläum an. Das Museum hat täglich zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 €, es gibt aber auch ermäßigte Karten, Dauerkarten und Tarife für Gruppen und Familien. Es werden auch Führungen angeboten. Die Ausstellung unterteilt sich in verschiedene Themenbereiche. Das sind der Kaiserdom, Gotischer Dom, neue Architektur, Gegenwart der Heiligen, Kunst, Wissen und Recht, Herrschaft und Gesellschaft, Bild der Welt und das städtische Leben. Ein Bereich ist zudem der Musik der Gotik gewidmet. Träger der Ausstellung sind die Stadt Magdeburg und das Land Sachsen-Anhalt.

Begleitprogramm bis Dezember

Abgesehen von der Ausstellung selbst gibt es auch ein üppiges Rahmenprogramm, auf das man sich in den nächsten Monaten freuen darf und das nicht alleine nur in Magdeburg stattfinden wird. Los geht es am 3. September mit einem Vortrag von Professor Harald Meller in Halle zum Thema “Aktuelle Untersuchungsergebnisse zur Grablege der Königin Editha”. Am 6. September werden im Museum für Naturkunde die Begleitausstellungen “Von der Kunst mit Vögeln zu Jagen. Das Falkenbuch Friedrichs II. – Kulturgeschichte und Ornithologie” und “Der Dom und seine Steine”. Interessant ist auch am 17. September der Vortrag “Von den Magdeburger Jungfrauen bis zum Naumburger Meister – Schuldbewusstsein und Erlösung als Themen der Kathedralskulptur” von Professor Dr. Hartmut Krohm in Berlin.

Begleitprogramm bis Dezember

Das Begleitprogramm ist vielfältig und umfasst unter anderem auch passend zum Jugendkunstschultag am 20. September die Ausstellung “Vier Elemente – eine Reise”, die von Schülern der Jugendkunstschule Magdeburg auf die Beine gestellt wird. Auf musikalische Highlights darf man sich am 24. September freuen. Dann findet das Konzert “Zeit der Gotik – eine musikalische Reise ins Mittelalter” von der Capella Antiqua Bambergensis statt. Von der Gesellschaft für mitteldeutsche Kultur wird zudem am 26. September der Festabend “Editha – die ‘heilige’ Königin von Magdeburg” ausgerichtet. Das volle Begleitprogramm gibt es auf der offiziellen Webseite der Jubiläumsausstellung zu sehen.

Der Magdeburger Dom

Der offizielle Name lautet Dom St. Mauritius und St. Katharina. Heute ist der Magdeburger Dom das zentrale Wahrzeichen der Stadt und hat architekturgeschichtlich eine hohe Bedeutung als erste von Anfang an gotisch konzipierte Kathedrale auf deutschem Boden. Der Dom stellt zudem den größten Sakralbau in Mitteldeutschland dar. Heute dient der Dom als evangelische Pfarrkirche und als Predigtkirche des Landesbischofs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Eine besondere Stellung nimmt die Kathedrale als Grabeskirche von Kaiser Otto dem Großen und seiner ersten Frau Editha ein.

Bereits vor dem Bau des Doms wurde 937 an derselben Stelle das Mauritiuskloster gegründet, das rund dreißig Jahre später zu einer Kathedrale erhoben wurde. 1207 kam es zu einem Stadtbrand, bei dem der ottonische Dom fast vollständig zerstört wurde. Maßgeblich für den Neubau, der 1209 begann, war Erzbischof Albrecht I., der in Frankreich studiert hatte und somit seine gotischen Einflüsse nutzen konnte. Das Langhaus wurde allerdings erst 1363 eingeweiht, während die finale Fertigstellung der Westtürme im Jahr 1520 erfolgte. Rund 300 Jahre umfasste der Bau somit. In dieser Zeit gab es viele Änderungen der Planungen.

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg

Die Ausstellung „Aufbruch in die Gotik – Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit“ zum 800. Domjubiläum ist natürlich bestens im Kulturhistorischen Museum Magdeburg aufgehoben, in dem es generell um die Geschichte der Stadt und allgemeiner kunsthistorischen Themen geht. In einem Zweispartenhaus liegt es direkt neben dem Museum für Naturkunde. Eröffnet wurde es 1906 als Kaiser-Friedrich-Museum. Zur NS-Zeit wurden zahlreiche Werke als “entartete Kunst” entfernt oder vernichtet. Im folgenden Krieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, wodurch ebenfalls Teile der Sammlungen zerstört wurden. Nach dem Krieg erfolgte eine umfangreiche Restaurierung, ebenso die Erweiterung der Sammlungen. Das Museum befindet sich in der Nähe des Magdeburger Doms.

Das Kulturhistorische Museum Magdeburg

Auch abseits der Landesausstellung lohnt ein Besuch. Unter anderem befindet sich im Kaiser-Otto-Saal die Originalstatue des Magdeburger Reiters. Die Sammlung umfasst außerdem archäologische Funde des Mittelalters und Stadtgeschichte, Münzen und Militaria, Kunst und Grafik sowie eine große Bibliothek mit rund 70.000 Bänden. Immer wieder werden auch besondere Projekte umgesetzt. Unter anderem ein historisches Schauspiel, das im Innenhof von Schülern aufgeführt wird. Zu den bedeutenden Ausstellungen der Vergangenheit gehörten unter anderem “Otto der Große – Magdeburg und Europa” in 2001 und “Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation” von 2006. Entsprechend darf man sich auch in Zukunft auf interessante Ausstellungen freuen.

Fazit zum 800. Domjubiläum

Fazit zum 800. Domjubiläum Man muss kein Experte für Architektur oder Geschichte sein, um vom Magdeburger Dom fasziniert zu sein. Wer davor steht, kann nicht nur seine Größe wahrnehmen, sondern auch die Jahrhunderte, die der Kathedrale innewohnen. 1209 wurde der Bau begonnen, der fast dreihundert Jahre gedauert hat. In diesem Jahr wird 800-jähriges Jubiläum gefeiert, wofür Ende August eine Landesausstellung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg beginnen wird. Sie läuft bis zum 6. Dezember 2009 und umfasst alles zur Geschichte des Doms, die insbesondere für die Gotik von großer Bedeutung ist. Zur Ausstellung wurde auch eine offizielle Webseite eingerichtet, die alle wichtigen Informationen enthält. Außerdem erscheint anlässlich des Jubiläums der Sonderband “Aufbruch in die Gotik”.