EFJ 2011 – ein Ausblick auf das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit
Schon seit 1983 wird jedes Jahr ein Europäisches Jahr ausgerufen, mit dem sich die EU einem bestimmten Thema widmen möchte. Auch für 2011 ist das der Fall. Dieses Mal ist es das “Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit zur Förderung der aktiven Bürgerschaft”. Kurz gesagt geht es beim EFJ 2011 also um Tätigkeiten, die man freiwillig macht und mit denen man einen wichtigen Teil zur Gesellschaft beiträgt. Millionen Menschen engagieren sich bereits in der EU ehrenamtlich, doch man will noch bessere Rahmenbedingungen schaffen, um diese Zahlen zu erhöhen. Dafür möchte man unter anderem Organisationen stärken und generell freiwilliges Engagement mehr honorieren. Offiziell beginnt das Jahr der Freiwilligentätigkeit am 21. Februar. Bis Dezember sind dazu auch zahlreiche Veranstaltungen geplant, viele davon in Deutschland. Mehr dazu gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit
Direkt nach dem „Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung” geht es 2011 mit der Freiwilligentätigkeit und der Förderung der aktiven Bürgerschaft weiter. Die Europäischen Jahre haben eine lange Tradition und sollen dabei helfen, europaweit den Fokus auf bestimmte wichtige Themen zu lenken.
Das geschieht auch aktiv durch die Förderung verschiedener Projekte. Aktuell geht man von rund 100 Millionen Menschen aus, die sich in der EU ehrenamtlich engagieren. In Deutschland sollen es ungefähr 36 % sein, was immerhin 23,5 Millionen Menschen sind. Freiwilligenarbeit ist für jede Gesellschaft ein wichtiger Motor, der nicht nur den sozialen Zusammenhalt stärkt, sondern auch als bedeutender Wirtschaftsfaktor angesehen werden kann.
Die Hauptziele der EU
Für dieses Jahr hat sich die EU klare Ziele gesetzt, mit denen man die Freiwilligentätigkeiten in den einzelnen Ländern verbessern möchte. Unter anderem durch die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen, die nicht immer gegeben sind. Wer freiwillig einen Dienst leisten möchte und damit der Gesellschaft helfen kann, dem muss es so einfach wie möglich gemacht werden. Außerdem sollen Organisationen gestärkt und eine Qualitätsverbesserung der Arbeit erreicht werden. Ein wichtiger Punkt ist die Anerkennung und Honorierung von freiwilligem Engagement, denn in dieser Hinsicht ist auch noch Luft nach oben. Das geht auch mit der Sensibilisierung für den Wert des Ehrenamts einher. So kann ein Ehrenamt auch als Kompetenzerwerb für den Arbeitsmarkt verstanden werden.
Um diese Ziele zu erreichen oder zumindest voranzutreiben, wurde von der EU ein Budget in Höhe von 8 Millionen Euro plus 3 Millionen Euro für die Vorbereitung zur Verfügung gestellt. Man will eine dezentrale Umsetzung erreichen, außerdem soll eine europäische Freiwilligentour durchgeführt werden. Diese führt einmal durch alle Hauptstädte der EU. In Deutschland wird man im Oktober am Potsdamer Platz in Berlin sein. Umgesetzt werden diese Pläne in Deutschland vom Bundesfamilienministerium. Gesondert hat man sich die Ziele gesetzt, generationenübergreifende Projekte zu fördern und auch gezielt Frauen, Jugendliche, Migranten und Senioren anzusprechen. Über das Jahr verteilt wird es dazu verschiedene Veranstaltungen geben, unter anderem die Regionalkonferenz in Hamburg zum Thema “Engagement bewegt Generationen”.
Ehrenamt kann jeder
Auch ohne die europäischen Bemühungen kann jeder ein Ehrenamt ausüben. Dafür gibt es heute schon vielfältige und niederschwellige Wege. Wer Interesse hat, freiwillig zu helfen, kann sich an Freiwilligen-Zentren richten, oder auch an Ehrenamtsagenturen oder Bürgerstiftungen. Auch Wohlfahrtsverbände wie Diakonie, Rote Kreuz oder Caritas sind gute Ansprechpartner für diese Zwecke.

Genauso suchen auch Sportvereine, Rettungsdienste wie der THW und die Freiwillige Feuerwehr immer nach Helfern. Das gilt auch für Umwelt- und Tierschutzorganisationen. Manchmal hilft man einfach nur gezielt bei Projekten, dann gibt es auch Patenschaften und sogar die Möglichkeit, Vorstandstätigkeiten zu übernehmen. Es gibt also viele Möglichkeiten, um sich einzubringen.
Was sind die ‘Europäischen Jahre’?
Sicher hat jeder schon einmal von dem ein oder anderen Europäischen Jahr gehört. Diese werden von der Europäischen Union ausgerufen und sind Themenjahre, die regelmäßig seit 1983 ausgerichtet werden. Das Ziel dieser Themenjahre besteht darin, die europäische Öffentlichkeit auf ein bestimmtes Thema aufmerksam zu machen, das kulturelle, gesellschaftliche oder politische Bedeutung hat. Damit sollen Debatten angestoßen werden und eine Sensibilisierung geschehen, sodass es möglichst zum Umdenken in vielen Bereichen kommen kann. Vorgeschlagen werden diese Jahre von der Europäischen Kommission, beschlossen werden sie vom Europäischen Parlament und dem Rat der EU.
Es geht dabei weniger um die Förderung einzelner Projekte, sondern um eine allgemeine Sensibilisierungs- und Kommunikationskampagne. Umgesetzt werden sie dezentral über nationale Koordinierungsstellen. Los ging es 1983 mit dem Jahr für kleine und mittlere Unternehmen und Handwerk. Weitere bekannte Themenjahre widmeten sich der Information über Krebs, dem Tourismus, der Ernährung, dem lebenslangen Lernen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, der Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen, Menschen mit Behinderungen, Erziehung durch Sport, politischer Bildung, Chancengleichheit für alle und dem interkulturellen Dialog. Im nächsten Jahr wird das Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen stattfinden.
Fazit: Freiwilligentätigkeit im Fokus
