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Unrealistische Schönheitsideale: Wie Videospiele das Selbstbild von Gamerinnen beeinflussen können

Seit dem Jahr 1996 rennt, klettert und kämpft sich eine der berühmtesten Videospiel-Heldinnen aller Zeiten über die Bildschirme: Lara Croft. Die Pionierin für weibliche Hauptcharaktere in der Gamingwelt ist nicht nur für ihre Unerschrockenheit und ihren charakteristischen Flechtzopf bekannt. Auch ihr Traumkörper ist eines ihrer Markenzeichen.

Für viele stellt sich daher die Frage: Setzt Lara Croft wirklich ein Zeichen für die Emanzipation in der männlich dominierten Videospiel-Welt oder ist sie nur ein Sexsymbol?

Denn dass weibliche Gaming-Charaktere einem (feuchten) Männertraum entsprungen zu sein scheinen, ist keine Seltenheit.

Ob die mächtige Hexe Bayonetta aus dem gleichnamigen Spiel oder die verführerische Vampirin Morrigan Aensland aus „Darkstalkers“ – sie alle entsprechen einem ähnlichen Schönheitsideal. Große Oberweite, schlanke Taille und ellenlange Beine. Und natürlich tragen sie nicht eine Falte im Gesicht.

Das Frauenbild in Videospielen: noch immer oft klischeehaft und sexistisch

Als Lara Croft sich in den ersten Tomb-Raider-Spielen als Action-Heldin etablierte, galt sie als Hauptcharakter mit Symbolkraft. Denn trotzdem sie offensichtlich eine schöne Frau war, spielte sie nicht nur eine Nebenrolle als Jungfrau in Nöten. Stattdessen zeigte sie sich selbstbewusst, selbstbestimmt und vor allem nicht auf den Kopf gefallen.

Aus heutiger Sicht steht sie dennoch in der Kritik. Denn mit ihren extremen Körperproportionen und dem knappen Outfit wurde sie in den 1990er-Jahren als „Cyber-Babe“ vermarktet.

Damit prägte sie ein so gut wie unerreichbares Schönheitsideal. Selbst Schauspiel-Ikone Angelina Jolie, die Croft auf der Leinwand mimte, konnte diesem nicht zu 100 Prozent gerecht werden. So kritisierten einige Fans des Videospiels: Jolie fehle im Film die große Oberweite, um den Videospiel-Charakter richtig zu verkörpern.

Die Tatsache, dass selbst Jolie – von Medien und Publikum mehrfach zur „schönsten Frau der Welt“ gewählt – in Sachen Attraktivität nicht an einen Videospielcharakter heranreicht, gibt so mancher Frau zu denken.

Denn wer sich mit Croft und Co. messen möchte, kommt mit natürlicher Schönheit oft nicht weit. Um in einer Liga mit diesen Sexsymbolen zu spielen, wäre für die meisten Frauen zumindest eine Brustvergrößerung notwendig.

Da Gaming-Heldinnen zudem in der Regel jung und faltenfrei sind, kann bei Gamerinnen, die sich mit ihnen vergleichen, auch das Interesse an einer Faltenbehandlung in Hannover steigen.

Kritik an der Darstellung von Frauen in Videospielen

Zugegeben, die Rolle und das Aussehen von Frauen in Videospielen haben sich seit den frühen 1990er-Jahren gewandelt. Immer häufiger treten in beliebten Games weibliche Haupt- und Nebencharaktere auf, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen:

Kritik an der Darstellung von Frauen in Videospielen

Ein bekanntes Beispiel ist Ellie, die Protagonistin aus dem Game „The Last of Us Part II“. Im Fokus des Spiels stehen ihre Fähigkeiten, sich in einer postapokalyptischen Welt zurechtzufinden, nicht ihr Aussehen. Ihre weiblichen Reize spielen daher kaum eine Rolle. Dennoch muss natürlich erwähnt werden, dass auch Ellie jung und schlank ist. Eine gänzliche Abkehr der gängigen Schönheitsideale ist ihr Charakterdesign demnach nicht.

Auch Kassandra aus „Assassins Creed Odyssey“ ist äußerlich mehr kraftvolle Kämpferin als zierliche Prinzessin. Wer sie mit Sexsymbolen wie der Lara Croft aus den ersten Tomb-Raider-Spielen vergleicht, stellt schnell fest: Pralle Rundungen sucht man bei Kassandra vergeblich. Dennoch wird auch sie mit einem schlanken Körper und einem ebenmäßigen Gesicht dargestellt.

Zu den Videospiel-Hauptcharakteren, bei deren Design weibliche Schönheitsideale noch am ehesten außer Acht gelassen wurden, gehört Senua aus „Hellblade: Senuas Sacrifice“. Sieht man darüber hinweg, dass sie – natürlich – als schlanke, junge Frau designt wurde, verleiht ihr ihre rohe, ungekünstelte Optik einen Hauch mehr Realität.

Doch obwohl es diese Beispiele für realitätsnähere Darstellungen von Frauen in Videospielen gibt, sind die meisten Heldinnen und Nebencharaktere in Games noch immer auf dem Bildschirm wandelnde Klischees. Dieses Empfinden haben laut einer im Jahr 2020 veröffentlichten Bitkom-Studie auch rund zwei Drittel der deutschen Gamer und Gamerinnen.

Knapp 66 Prozent der Befragten bestätigen die Aussage, dass Frauen in Videospielen mitunter sexistisch dargestellt werden. Dabei sind Gamerinnen kritischer als ihre männlichen Pendants. 70 Prozent von ihnen ärgern sich über die sexistische Darstellung ihrer Geschlechtsgenossinen in Videospielen. Bei den Männern sind es nur rund 61 Prozent.

Frauen vor dem Bildschirm wünschen sich starke Frauen auf dem Bildschirm

Galten Videospiele über Jahrzehnte hinweg vornehmlich als männerdominiertes Hobby, unterscheidet sich heutzutage die Anzahl der Gamer zwischen den Geschlechtern kaum noch. So zocken 49 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen in Deutschland zumindest gelegentlich am Computer oder an der Konsole.

Frauen vor dem Bildschirm wünschen sich starke Frauen auf dem Bildschirm

Doch obwohl fast die Hälfte der Spielenden weiblich ist, fühlen sich Frauen in der Videospielwelt oft unterrepräsentiert. Zwar findet sich so gut wie in jedem Game inzwischen eine weibliche Figur. Oft wird diese jedoch stereotypischer als die männlichen Charaktere dargestellt – meist deutlich jünger, spärlich bekleidet und unübersehbar attraktiv.

Dementsprechend verwundert es nicht, dass sich vor allem Frauen mehr starke Heldinnen in Video- und Computerspielen wünschen. 59 Prozent der Gamerinnen sprechen sich für das emanzipiertere Frauenbild aus. Männern ist eine überdachte Darstellung weiblicher Figuren weniger wichtig. Bei ihnen äußern nur 46 Prozent diesen Wunsch.

Warum eine realistischere Darstellung weiblicher Videospiel-Heldinnen so wichtig ist

Ob ein weiblicher Videospielcharakter Körbchengröße B oder DD hat, nimmt außer auf seine Optik keinen Einfluss auf den Spielspaß. Auch nicht, ob die Haupt- oder Nebencharaktere Narben auf der Haut, Falten im Gesicht oder ein paar Kilogramm mehr auf dem Rippen haben. Ihr Äußeres sollte demnach kaum eine Rolle spielen.

Warum eine realistischere Darstellung weiblicher Videospiel-Heldinnen so wichtig ist

Jedoch zeigt sich: Gerade das an gängige Schönheitsideale angepasste Design der Spielfiguren kann Gamerinnen verunsichern. Denn vergleichen sie sich mit den makellosen, oft hypersexualisierten Körpern auf dem Bildschirm, verringert sich nicht selten die Zufriedenheit mit dem eigenen Aussehen. Das wiederum kann die Bereitschaft, Schönheitseingriffe durchführen zu lassen, begünstigen.

Eine realistische Gestaltung weiblicher Videospielcharaktere ist daher nicht nur wichtig, um den Spielspaß von Gamerinnen zu erhöhen. Sie kann bei ihnen ebenso dazu beitragen, dass sie sich wohler mit dem eigenen Aussehen fühlen.

Andre Nowak

Ich bin Redakteur für Gaming, Filme, PC und Internet, Kryptowährungen und seit über 30 Jahren täglich mit Technik und digitalen Medien verbunden. Schon in den Tagen von Vobis und röhrenden Lüftern habe ich Rechner auseinandergebaut und Netzwerkprobleme gelöst. Meine kaufmännische Ausbildung und langjährige Erfahrung in Systembetreuung und Hardwarefragen helfen mir, auch komplexe Themen verständlich zu vermitteln. Besonders faszinieren mich Browsergames, digitale Märkte und Filme mit Tempo und Spannung. Bei Die Mark Online schreibe ich über aktuelle Entwicklungen, technische Hintergründe und Trends, die unsere digitale Welt formen. Ich bleibe neugierig, teste gern neue Tools und spiele mit Begeisterung. Kino & Filme sind für mich keine Ablenkung, sondern Orte zum Eintauchen. Mein Ziel ist es, Wissen greifbar zu machen und mit echtem Interesse zu teilen.

"Technik hat mich geprägt, Filme geben mir Ruhe und Gaming hält mich wach." André Nowak