Nachhaltige Lieferketten: Biodiversitätspreis für die Wirtschaft
Zu den akuten Problemen der Neuzeit gehört die Biodiversität, die immer weiter schwindet. Dabei ist Artenvielfalt eine wichtige Grundlage für das Überleben. Man spricht von Biodiversität, wenn es ein reiches Netzwerk aus Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen gibt, die zusammen ein stabiles Ökosystem schaffen, das letztendlich für sauberes Wasser und Luft sorgt. Letztendlich also etwas, was Menschen interessieren sollte.
Im Zuge von Ressourcengewinnung ist Artenvielfalt oft in Gefahr. Daher wurde der Biodiversitätspreis für die Wirtschaft ins Leben gerufen, der vor einigen Jahren noch “Die Lieferkette lebt” genannt wurde. Ausgezeichnet wurden auch in diesem Jahr wieder Unternehmen, die dafür sorgen, dass entlang ihrer Lieferketten für Artenvielfalt gesorgt wird. Verschiedene Firmen durften sich in diesem Jahr über Preise freuen, die auch auf das größere Problem hinweisen. Mehr zum Preis und zum Thema gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Der Biodiversitätspreis für die Wirtschaft 2026
Die Zahlen sind erschreckend, denn nur rund sieben Prozent der deutschen Unternehmen sehen aktuell, dass der Verlust von Biodiversität ein unmittelbares Geschäftsrisiko darstellt. Dabei handelt es sich aber um einen fatalen Fehlschluss, denn die Ressourcen, die für die Wirtschaft entstehen, werden von mehreren Millionen Arten erarbeitet. Verschwindet die Artenvielfalt, dann verschwindet auch die Grundlage für die Wirtschaft. Dazu kommt die wichtige Bedeutung für die Umwelt und das Klima. Deshalb wurde vor einigen Jahren der Preis “Die Lieferkette lebt” ins Leben gerufen, der mittlerweile aber in “Biodiversitätspreis für die Wirtschaft” umbenannt wurde. Am 23. April wurden die Gewinner für dieses Jahr in Berlin ausgezeichnet.
Träger und Partner des Preises sind das Bundesumweltministerium, die DIHK Service GmbH, der Verein B.A.U.M., der Naturschutzbund Deutschland und die Biodiversity in Good Company Initiative. Gefördert wird der Preis durch das Bundesamt für Naturschutz und Mitteln des Bundesumweltministeriums. Der Preis soll einerseits Unternehmen belohnen, die sich aktiv für nachhaltige Lieferketten einsetzen. Andererseits will man insgesamt mehr Aufmerksamkeit für das Thema schaffen. In insgesamt vier Kategorien wurden in diesem Jahr Preise verliehen. Auf der Webseite der Biodiversity in Good Company kann man sich zudem über die weiteren Finalisten informieren, die ebenfalls mit ihren Ansätzen überzeugen konnten.
Die diesjährigen Gewinner
In der Kategorie “Biodiversität in der Lieferkette” konnten der Reifenhersteller Ralf Bohle GmbH – Schwalbe sowie der Bio-Lebensmittelproduzent Bauck GmbH gewinnen. Letzterer setzt sich gezielt für Artenvielfalt ein, also für Lebensräume von Vögeln, Bestäubern und Insekten. Damit möchte man den Wasserrückhalt stärken, ebenso das Mikroklima und Bodenschutz. Schon seit 1973 fördert die Ralf Bohle GmbH – Schwalbe die Biodiversität und seit 2011 verfolgt man für die Naturkautschuk-Lieferkette einen ganzheitlichen Ansatz. Außerdem gewannen Spir Star AG, BEW Berliner Energie und Wärme GmbH sowie L´Oréal Deutschland in der Kategorie “Naturnahes Firmengelände”, HiPP bekam den Sonderpreis und Netze BW den Publikumspreis.
Nachhaltige Lieferketten für Biodiversität
Lieferketten sind der ideale rote Faden, anhand dessen Unternehmen ihre Nachhaltigkeit verbessern können. Es beginnt mit der Gewinnung der Rohstoffe. Wo kommen diese her und welche ökologischen Risiken sind mit ihnen verbunden? Werden wertvolle Urwälder gerodet? Gibt es in der Nähe sensible Naturschutzgebiete? Weiter muss auf die Vermeidung von Schadstoffeinträgen geachtet werden. Ökologische Landwirtschaft verzichtet auf Monokulturen und synthetische Pestizide. Auch das Wassermanagement muss ins Auge gefasst werden. Eine strenge Abwassererklärung sorgt dafür, dass keine giftigen Chemikalien in lokale Flussökosysteme fließen.

Die Rückverfolgung ist ein ganz wichtiges Thema, was unter anderem durch Zertifizierung erreicht werden kann. Es muss ein Lieferkettenmanagement geben, das von der Quelle bis zum Endprodukt transparent aufgestellt ist. Man muss zu jeder Zeit feststellen können, woher die entsprechenden Rohstoffe stammen. Zertifikate mit strengen Biodiversitätskriterien können als Standards gesehen werden, darüber hinaus können vor Ort direkte Kooperationen mit Unternehmen eingegangen werden. Wichtig ist schlussendlich, dass Biodiversität kein reines Marketingthema ist, sondern in die Finanz- und Qualitätsrisiken mit eingerechnet wird. Eine Übernutzung ist nicht nur ökologisch schädlich, sondern auch wirtschaftlich.
Unternehmen Biologische Vielfalt
Herausgegeben wird der Biodiversitätspreis für die Wirtschaft von dem Projekt “Unternehmen Biologische Vielfalt”, das 2013 als Bundesprogramm ins Leben gerufen wurde. Man setzt sich dafür ein, dass Schutz und nachhaltige Nutzung biologischer Vielfalt in das Handeln von Unternehmen mit eingebunden werden. Dafür wird nicht nur der Preis verliehen, sondern es werden auch regelmäßig Veranstaltungen auf die Beine gestellt, bei denen Politiker, Verbände, Naturschutzakteure und Unternehmen zusammenkommen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Das Projekt sorgt also für Austauschformate, stärkt regionale Bündnisse, bietet Schulungen und Leitfäden und schafft Best-Practice-Plattformen. Zudem werden Brancheninitiativen unterstützt und angeschoben.
Fazit über den Biodiversitätspreis 2026
