One Battle After Another
Die Wucht politisch aufgeladener Stoffe erreicht in „One Battle After Another“ eine Form, die zugleich an radikale Bewegungen erinnert und an die Brüche ihrer Akteure. Das Genre verschmilzt mit Motiven sozialer Spannungen, während familiäre Bindungen inneren und äußeren Druck erzeugen. Zudem vermittelt die Konstruktion der Machtverhältnisse ein Bild fortgesetzter Verfolgung und geheimer Netzwerke, die sich durch verschiedene Räume bewegen. So entsteht ein Rahmen, der Konflikte zwischen staatlicher Härte, persönlicher Schuld und verdeckten Loyalitäten bündelt.
- Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
- Leonardo DiCaprio, Sean Penn, Benicio del Toro (Schauspieler)
- Paul Thomas Anderson(Regisseur) - Paul Thomas Anderson(Autor) - Adam Somner(Produzent)
- Zielgruppen-Bewertung:Freigegeben ab 12 Jahren
Pat und Perfidia agieren zunächst innerhalb einer Gruppe, deren Aktionen Gegenwehr provozieren, wobei Lockjaws Besessenheit eine Spirale weiterer Eingriffe formt. Später lebt Pat mit Willa im Untergrund, während paramilitärische Einheiten ihre Spur aufnehmen und lokale Aktivisten eigene Strukturen verteidigen. Schließlich kreuzen sich die Wege aller Beteiligten erneut, als Lockjaw Willa findet und Bob eingreift. Wie verändert dieser Moment die verbliebenen Verbindungen?
Handlung von „One Battle After Another“
Pat Calhoun und Perfidia Beverly Hills handeln als Mitglieder der Gruppe French 75, die in Kalifornien Migranten befreit und Banken angreift. Pat baut Sprengsätze, doch Perfidia kämpft direkt. Beide lieben sich, jedoch eskaliert ein Überfall, weil sie den Leiter Lockjaw erniedrigt. Lockjaw fixiert sich daraufhin auf Perfidia und verfolgt sie heimlich. Er zwingt sie später zu Sex und verursacht ihre Schwangerschaft. Pat glaubt an eine gemeinsame Zukunft und bittet um ein ruhiges Leben, allerdings lehnt Perfidia diese Vorstellung ab und kehrt zur Gruppe zurück. Ein missglückter Bankraub führt zu ihrer Festnahme und einem folgenreichen Deal mit Lockjaw als Gegenleistung weiter.
Lockjaw nutzt Perfidias Hinweise, um die Gruppe zu zerschlagen, während Pat mit seiner Tochter untertaucht. Perfidia entkommt dem Schutzprogramm und verschwindet in Mexiko. Lockjaw steigt durch seine Erfolge auf und sucht Zugang zum Christmas Adventurers Club, obwohl eine alte Aussage Zweifel an seiner Loyalität weckt. Viele Jahre später leben Pat und Willa als Bob und Willa Ferguson in Baktan Cross. Die Stadt dient als Zuflucht, doch Lockjaw findet ihre Spur erneut. Seine Razzien eskalieren, weil er Bob töten lassen will. Aktivisten protestieren dagegen, schließlich geraten Demonstrationen außer Kontrolle, wodurch Vater und Tochter getrennt fliehen müssen in verschiedene Richtungen der Region.
Willa erreicht ein Kloster in der Wüste, das Aktivisten unterstützt, jedoch erschüttert sie dort die Nachricht über Perfidias Verrat. Bob sucht mit Sensei Sergio nach ihr, doch seine angeschlagene Verfassung erschwert alles. Gleichzeitig erfährt der Club von Lockjaws möglichem Kind und setzt Smith auf Willa an. Lockjaw findet sie zuerst und erzwingt einen Gentest, der seine Vaterschaft bestätigt. Bob trifft ein, jedoch entführt Lockjaw das Mädchen. Avanti erhält den Auftrag zur Übergabe, reagiert jedoch entsetzt und tötet mehrere Komplizen. Willa flieht, Smith verfolgt sie, bis sie ihn besiegt. Bob rettet sie endgültig und bringt sie erneut in sichere verdeckte Umgebung.
Besetzung, Regie, Drehbuch und Technische Aspekte
„One Battle After Another“ erschien 2025 als 162-minütiger US-Spielfilm mit FSK 16, Paul Thomas Anderson führte Regie und schrieb das Drehbuch, er produzierte den Film gemeinsam mit Sara Murphy, JoAnne Sellar und Adam Somner, Jonny Greenwood komponierte die Musik, während Michael Bauman die Kamera übernahm, Andy Jurgensen schnitt das Material und betreute die komplexen Veröffentlichungskopien, Leonardo DiCaprio spielte Pat „Ghetto Pat“ Calhoun sowie Bob Ferguson, Sean Penn verkörperte Col. Steven J. Lockjaw, und Chase Infiniti übernahm die Rolle Willa Ferguson-Beverly Hills, Dreharbeiten fanden in Cutten, im Humboldt County und in Sacramento statt, die Premiere erfolgte im September 2025 in Los Angeles, und VistaVision prägte die Präsentation, zahlreiche Auszeichnungen honorierten das Werk, darunter Golden Trailer Awards sowie mehrere Gotham- und Virtuosos-Nominierungen, während der Produktion verstarb Adam Somner im November 2024 an einer Krebserkrankung, der Film erzielte weltweit 200 Millionen Dollar und erreichte dennoch umstrittene Erfolgsprognosen früh.
Filmkritik von „One Battle After Another“
Anderson entfacht mit „One Battle After Another“ ein wildes, doch präzises Kinoexperiment. Schon die eröffnenden Befreiungsaktionen verbinden überdrehte Anarcho-Komik und nervöse Systemkritik. Zwischen Bomben, Bürokratie und Familienkoller stolpert Bob ständig ins nächste Desaster. Gleichzeitig glänzen DiCaprio, Taylor, Penn und Chase Infiniti mit spürbarer Spielfreude.
Allerdings jagt Anderson unablässig eine schrille Eskalation zur nächsten, wodurch echte Spannung bröckelt. Viele politischen Andeutungen streift die Inszenierung nur, während sie der nächsten Pointe nachrennt. Trotz erzählerischer Überfrachtung fesseln VistaVision-Bilder, wuchtige Setpieces und Greenwoods pulsierender Score. Selbst überzogene Slapstick-Gewalt bleibt dank präziser Bildführung und Rhythmus überraschend wirkungsvoll. Unterm Strich liefert der Film ein eigensinniges, aufregend fehlerhaftes Anti-Blockbuster-Statement.