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Kino & Filme

Blue Jasmine

Mit „Blue Jasmine“ rückt der Verlust gesellschaftlicher Sicherheit in den Mittelpunkt eines persönlichen Dramas. Reichtum, Ansehen und Selbstbild geraten dabei enger zusammen, als es zunächst scheint. Zugleich zeigt der Film, wie schwer ein Neubeginn fällt, wenn alte Gewohnheiten und ungelöste Konflikte weiterwirken. Zwischen familiärer Nähe und sozialem Absturz entsteht so ein konzentriertes Porträt einer Frau, die ihre frühere Welt nicht vollständig loslassen kann.

Blue Jasmine
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Nach dem Ende ihres luxuriösen Lebens verlässt Jasmine New York und kommt bei ihrer Schwester Ginger unter. Dort versucht sie, beruflich und privat neu anzufangen. Eine Begegnung mit Dwight eröffnet ihr scheinbar eine neue Zukunft, während sie Teile ihrer Vergangenheit verschweigt. Gleichzeitig belasten frühere Entscheidungen ihre Beziehungen und holen sie zunehmend ein. Auch zwischen Ginger und Chili entstehen Spannungen. Wie lange kann Jasmine ihre neue Fassade aufrechterhalten, bevor die Wahrheit alles verändert?

Handlung von „Blue Jasmine“

Jasmine Francis hat ihr luxuriöses Leben in New York verloren und zieht deshalb zu ihrer Schwester Ginger nach San Francisco. Dort versucht sie, nach dem finanziellen Zusammenbruch ihres Mannes Hal neu anzufangen. Gleichzeitig blickt sie immer wieder auf ihre Vergangenheit zurück. Hal verdiente als Finanzunternehmer viel Geld, führte jedoch illegale Geschäfte und betrog Jasmine jahrelang. Außerdem verlor Gingers damaliger Mann Augie durch Hals Machenschaften seine Ersparnisse. Nachdem Hal wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt wurde, nahm er sich im Gefängnis das Leben. Jasmine bleibt mittellos zurück, hält aber weiterhin an ihrem früheren gesellschaftlichen Selbstbild fest und kritisiert zudem Gingers Beziehung zu Chili.

In San Francisco arbeitet Jasmine zunächst bei einem Zahnarzt, verlässt die Praxis jedoch nach dessen sexueller Annäherung. Gleichzeitig besucht sie einen Computerkurs, weil sie später Innenarchitektur studieren möchte. Auf einer Party begegnet sie dem wohlhabenden Diplomaten Dwight Westlake und gibt sich dort als erfolgreiche Innenarchitektin aus. Zudem verschweigt sie ihre tatsächliche Vergangenheit und erfindet eine andere Geschichte über ihren verstorbenen Mann. Dwight verliebt sich in sie und plant schließlich eine Hochzeit. Währenddessen beginnt Ginger eine Affäre mit Al, wodurch ihre Beziehung zu Chili vorübergehend zerbricht. Jasmine glaubt dagegen, mit Dwight wieder Zugang zu einem wohlhabenden Leben gefunden zu haben.

Jasmines Neustart in San Francisco

Kurz vor dem Kauf eines Verlobungsrings trifft Jasmine jedoch auf Augie, der Dwight über ihre Vergangenheit informiert. Daraufhin erkennt dieser, dass Jasmine ihn belogen hat, und beendet die Beziehung. Anschließend sucht sie ihren Stiefsohn auf, doch auch dort findet sie keinen Halt. Er weiß, dass Jasmine einst das FBI über Hals Geschäfte informierte, nachdem dieser sie verlassen wollte, und weist sie zurück. Zu Ginger kehrt sie ebenfalls ohne neue Perspektive zurück. Dort haben sich Ginger und Chili inzwischen versöhnt. Trotzdem behauptet Jasmine, mit Dwight sei alles in Ordnung. Am Ende sitzt sie allein auf einer Bank und spricht erneut mit sich selbst.

Besetzung, Regie, Drehbuch und Technische Aspekte

Blue Jasmine“ ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2013, bei dem Woody Allen Regie führte und zugleich das Drehbuch schrieb. Cate Blanchett spielt Jeanette „Jasmine“ Francis, während Alec Baldwin als Harold „Hal“ Francis und Sally Hawkins als Ginger zu sehen sind. Bobby Cannavale übernimmt Chili, Andrew Dice Clay spielt Augie, Louis C.K. verkörpert Al, Peter Sarsgaard tritt als Dwight Westlake auf und Michael Stuhlbarg als Dr. Flicker. Die Produktion übernahmen Letty Aronson, Stephen Tenenbaum und Edward Walson, zudem verantwortete Javier Aguirresarobe die Kamera und Alisa Lepselter den Schnitt. Christopher Lennertz komponierte die Musik. Der englischsprachige Film läuft 98 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab sechs Jahren. Cate Blanchett gewann unter anderem den Oscar, Golden Globe, BAFTA Award sowie Critics’ Choice Movie Award als beste Hauptdarstellerin, während Sally Hawkins mehrere Nominierungen und einen Empire Award erhielt.

Filmkritik von „Blue Jasmine“

Blue Jasmine“ lebt vor allem von Cate Blanchetts kontrolliertem Spiel zwischen Fassade und Kontrollverlust. Woody Allen inszeniert ihre Figur ohne Schonung, aber auch ohne einfache Verurteilung. Besonders stark wirken die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Sie zerlegen Jasmines Selbstbild Stück für Stück, statt Entwicklungen nur zu erklären. Javier Aguirresarobes Kamera hält San Francisco dabei auffallend klar und unaufgeregt fest. Gerade diese Nüchternheit verstärkt die innere Unruhe der Hauptfigur. Eindrucksvoll bleibt jene Situation, in der Jasmine einem Fremden ungefragt ihr Leben ausbreitet. Blanchett verbindet Nervosität, Überheblichkeit und Verzweiflung, ohne diese Zustände voneinander zu trennen.

Auch Sally Hawkins setzt einen wichtigen Gegenpol und spielt Ginger mit glaubwürdiger Bodenständigkeit. Allerdings wirken einige Nebenfiguren stärker funktional als vollständig ausgearbeitet. Besonders Dwights Gutgläubigkeit macht die Konstruktion stellenweise sichtbar. Dagegen besitzt die Szene beim geplanten Ringkauf enorme Wirkung. Dort brechen Jasmines sorgfältige Lügen innerhalb weniger Augenblicke zusammen. Allen verzichtet auf große visuelle Gesten und konzentriert sich konsequent auf Reaktionen. Dadurch bleibt das Finale ebenso unangenehm wie folgerichtig. Manche Dialoge erklären Zusammenhänge etwas zu deutlich, dennoch trägt Blanchett fast jede Schwäche. Für Zuschauer charakterorientierter Dramen funktioniert der Film deshalb besonders gut. Eine präzise, bittere Charakterstudie mit herausragender Hauptdarstellerin.

Andre Nowak

Ich bin Redakteur für Gaming, Filme, PC und Internet, Kryptowährungen und seit über 30 Jahren täglich mit Technik und digitalen Medien verbunden. Schon in den Tagen von Vobis und röhrenden Lüftern habe ich Rechner auseinandergebaut und Netzwerkprobleme gelöst. Meine kaufmännische Ausbildung und langjährige Erfahrung in Systembetreuung und Hardwarefragen helfen mir, auch komplexe Themen verständlich zu vermitteln. Besonders faszinieren mich Browsergames, digitale Märkte und Filme mit Tempo und Spannung. Bei Die Mark Online schreibe ich über aktuelle Entwicklungen, technische Hintergründe und Trends, die unsere digitale Welt formen. Ich bleibe neugierig, teste gern neue Tools und spiele mit Begeisterung. Kino & Filme sind für mich keine Ablenkung, sondern Orte zum Eintauchen. Mein Ziel ist es, Wissen greifbar zu machen und mit echtem Interesse zu teilen.

"Technik hat mich geprägt, Filme geben mir Ruhe und Gaming hält mich wach." André Nowak